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Von Marielouise Scharf  |  12.08.2005  | Netzcode: 10754962  |  12 Mal gelesen.
Vilseck

Zauberkasten Vilseck

Druckgrafiken von Robert Reiter auf Burg Dagestein

"Die Stadt ist ein einmaliger Zauberkasten!" Besonderheiten und Sehenswertes, Verträumtes wie Verstecktes, Wasser- und Naturlandschaft rückt der Coburger Maler und Grafiker Robert Reiter ins Blickfeld. Und es ist ihm gelungen, ganz neue Sicht- und Sehweisen festzuhalten und diese auch zu zeigen. Seine Ausstellung "Vilseck schwarz auf weiß", die am 12. August um 20 Uhr eröffnet wird, liefert die Beweise.

Schwarz und weiß



40 Kaltnadelradierungen aus über 100 Vilsecker Motiven wurden ausgewählt und sind bis 30. September im Zehentkasten der Burg Dagestein zu sehen. Schon der Ausstellungsort verkörpert für sich alleine gesehen "eines der faszinierendsten dreidimensionalen Bilder des alten Vilseck!", schwärmt der Künstler im Gespräch mit der Kulturredaktion. Unter den altehrwürdigen Balken, an den mächtigen Mauern haben seine Arbeiten einen großartigen Platz gefunden. Schwarzweiß ist schon das eindrucksvolle Ambiente. Schwarzweiß sind auch seine Arbeiten.

"Schwarz ist eine fantastische Farbe: sie pulsiert und schimmert von Blau bis Braun. Sie zeichnet weiche Ränder und harte Konturen. Alle Inszenierungsmöglichkeiten der Malerei stecken darin!" Und er versteht sie zu nutzen. Ob es das "Scheunenensemble am Kasten ist", das ihn begeistert, oder die "Vils mit Pappeln", wo er sich vom Lichtspiel durch die Bäume faszinieren lässt.

Reiter ist 1932 in Pressburg geboren. Als Heimatvertriebener kam er 1946 nach Neustadt/Aisch, wo er sein Abitur ablegte. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und war bis 1995 als Kunsterzieher an Gymnasien in Coburg tätig. Reiter hat sich auf seinen europaweiten Reisen schon von so manchen Städten und Orten gefangen nehmen lassen.

Er schuf Bildsuiten von Kreta und Sizilien, deutschen Gärten des Barock und Brücken am Jakobsweg. Jetzt hat er sich aufgemacht, "unser schönes, altes Vilseck zu erkunden" freut sich auch der 1. Bürgermeister Hans-Martin Schertl. Die Grafiken, die dynamisch im Gestus, tief in der Perspektive und unglaublich erzählfreudig den Betrachter animieren, fügen sich prächtig in den großen Saal. Viele wundervolle und verzauberte Winkel und Straßen, Gebäude und Gassen hat der Künstler bei zweimaligen Besuchen in der Stadt in Momentaufnahmen zuerst im Skizzenblock und mit der Fotokamera mitgenommen.

Zu Hause ging er daran, die Eindrücke zu verarbeiten. Auf Druckplatten der Größe 40 mal 60 Zentimeter entstanden großformatige Grafiken in Kaltnadelradierung und Monotypie. Mit künstlerischer Fantasie und großer Erfahrung, mit liebevoller Sorgfalt und neugieriger Begeisterung, mit handwerklichem Können und kreativer Schöpfungslust sind Momentaufnahmen entstanden, die Bestand haben.

Eine Brücke bauen



Architektonische Dokumentationen und geschichtlich gesellschaftliche Ereignisse fließen in seinen Topografien zusammen und heben sie aus den Ansichtskartenmotiven deutlich heraus. "Ich möchte eine Brücke bauen zu den Benutzern der Häuser und zu den Bewohnern der Stadt. Ich möchte auf die Schönheit hinweisen, die oft gar nicht mehr wahrgenommen wird!"

Die Ausstellung im Zehentkasten der Burg Dagestein in Vilseck endet mit einer Finissage am 30. September um 19.30 Uhr. Die Öffnungszeiten: Sonn- und Feiertage von 14 bis 17 Uhr. Führungen auch in englischer Sprache sind nach Anmeldung möglich: Telefon 09662/94971


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