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Von (tib)  |  10.08.2005  | Netzcode: 10754018  |  32 Mal gelesen.
Schwarzenfeld

Mit Trick 17 gegen die Blechlawine

Steigender Lkw-Verkehr in Schwarzenfeld: Behelfslösungen sollen Brummis vorerst fernhalten

Schwarzenfeld. (tib) Was die Einwohner von Wernberg-Köblitz seit kurzem hinter sich haben, steht den Schwarzenfeldern womöglich noch bevor: Lastwagen, die sich in einer Dauerkolonne durch den Markt schlängeln. Seit der Sperrung der Ortsdurchfahrt von Wernberg-Köblitz und der Umleitung des Verkehrs über die A 93 ist die Zahl der Lkws, die den Weg durch Schwarzenfeld suchen, drastisch angestiegen.

Brummis
Die Abkürzung durch den Markt soll durch Baustellen und Kontrollen entlang der Staatsstraße 2151 unattraktiv werden. (Bild: Tietz)
Eigentlich wäre vorgesehen gewesen, dass die Brummis bis zur Autobahnausfahrt Schwandorf-Nord auf der Autobahn bleiben und dann die B 85 in Richtung A 6 nehmen. Doch mittlerweile sind viele Lastwagenfahrer auf die Idee gekommen, dass die Staatsstraße 2151 durch Schwarzenfeld und Fensterbach der kürzere Weg auf die Autobahn ist. Der neugegründete Ortsverband der Jungen Union (JU) nahm nun sein Grillfest im Schlosspark zum Anlass, um zusammen mit der derzeit amtierenden Bürgermeisterin Sonja Laußer (CSU) und MdB Klaus Hofbauer (CSU) das Problem zu erörtern und Lösungsmöglichkeiten zu suchen.

Große Gefahren



JU-Ortsvorsitzender Alexander Kutscher und Zweite Bürgermeisterin Sonja Laußer wiesen zunächst auf die großen Gefahren hin, die der deutlich gestiegene Lkw-Verkehr durch den Markt bringe. "Der Transitverkehr", so Laußer, "macht nicht nur Lärm, viele halten auch die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht ein, was zu kritischen Situationen für Fußgänger und Autos führt". Das größte Dilemma für Laußer: Die Gesetzeslage. Ergo: "Die Gesetzgebung müsste geändert werden, damit Anwohner in solchen Orten geschützt sind". Zuvor hatte der Stullner JU-Vorsitzende Stefan Schatz einen kurzen Überblick über die Verkehrsentwicklung seit der Osterweiterung der Europäischen Union und einen Ausblick auf die Entwicklung in den kommenden Jahren gegeben.

Baustellen eingerichtet



Doch was kann man tun, um der Lkw-Flut Herr zu werden? "Momentan", legte Sonja Laußer dar, "arbeiten wir mit Trick 17". Sprich: Es werden Baustellen entlang der Staatsstraße 2151 eingerichtet, die die Ortsdurchfahrt für die Brummis unattraktiv machen sollen. Markus Wagner vom Staatlichen Straßenbauamt in Sulzbach-Rosenberg sagte gestern auf Anfrage des NT, dass derzeit tageweise kleinere Unterhaltungsmaßnahmen auf der Straße stattfinden.

Ende September soll dann eine Gehwegseite der kleinen Naabbrücke saniert werden. Das soll, so Wagner, zwischen sechs und acht Wochen dauern. Nach dem Winter stehe im kommenden Jahr dann die nördliche Seite der kleinen Naabbrücke zur Sanierung an. Kriminalhauptkommissar Peter Schmid von der Polizeidirektion Amberg bestätigte gestern außerdem auf NT-Anfrage, dass auch entlang der Staatsstraße verstärkt Verkehrskontrollen stattfänden.

MdB Klaus Hofbauer erläuterte, dass Paragraph 45 der Straßenverkehrsordnung durchaus die Möglichkeit gäbe, Sperrungen vorzunehmen. Für den Vollzug des Gesetzes sind die Länder zuständig. Der Haken: Damit eine Sperrung überhaupt erst einmal möglich wäre, muss eine deutliche Steigerung des Schwerlastverkehrs nachgewiesen werden. Zählungen, die das belegen sollen, laufen derzeit noch bis September oder Oktober, so der Bundestagsabgeordnete.

Und das wäre laut Hofbauer auch die einzige Möglichkeit, den Brummi-Verkehr dauerhaft aus dem Markt zu verbannen. "Die Genehmigungsbehörden haben bisher gesagt, dass Präventivmaßnahmen nicht zulässig sind. Damit dürfen wir uns nicht zufrieden geben, wir müssen weiter appellieren und keine Ruhe geben. Das Maß ist voll", unterstrich der Abgeordnete. Eine geeignete Ausweichroute, die B 85, wäre ja außerdem vorhanden.

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