Wurz
Zwischen vielen "Paganinis" und dem düsteren "Paten"
Blitz, Donner und heftiger Regen umrahmen den italienischen Abend der Wurzer Sommerkonzerte
"I am easily assimilated" singt Laura Cabiria in der Zugabe in der Remise des historischen Pfarrhofs. Und die von der Rumänin in Leonard Bernsteins "Sprachengewirr-Lied" aus "Candide" beschriebene "leichte Anpassung" fasste den Abend bei den Wurzer Sommerkonzerten dann auch ziemlich treffend zusammen.Denn eigentlich wollte Cabiria mit ihren Musikerkollegen vom "Variété musicale Eurondo" am Samstag den 280 Zuhörern an einem lauen Sommerabend im Pfarrhof das Thema "Bella Italia" näher bringen. Blitz, Donner und Regen gleich zu Beginn ließen aber allzu sommerliche Gedanken verflüchtigen. Zusammengedrängt in der Remise - 30 Unerschrockene lauschten der "italienischen Nacht" unter Regenschirmen von draußen - nahmen das Publikum und auch die Musiker die Sache mit Humor und bewiesen Durchhaltevermögen.
Selten sah man mit Wolfgang Richter (Violine), Christoph Brüggemann (Violine), Stijn Saveniers (Violoncello), Markus Kroell (Kontrabass), Robert Weirauch (Klavier, Akkordeon und Arrangements) ein Ensemble auf so engem Raum ohne Qualitätsverlust operieren. Dennoch wird der Abend nicht nur durch seine Wetterkapriolen, sondern vor allem wegen der "vielen Paganinis" in Erinnerung bleiben. Denn "Fantasia sulla Sonnambula" von Giovanni Bottesini, dem Paganini des Kontrabass", oder "Tarantella" von David Popper, dem "Paganini des Cellos", verschafften diesen Instrumenten, die oft nur auf die Rolle der Begleitung reduziert werden, Geltung. Besonders Markus Kroell herausragende Interpretation von Bottesini mit der Abfolge von schnellen Läufen und gefühlvollen Passagen gefiel. Mit dem vom gut aufgelegten Wolfgang Richter virtuos in Szene gesetzten "La Campanella" bekamen die Musikfreunde dann auch ein Werk des "echten" Paganini zu hören. Zwei Lieder aus der Operette "Paganini" von Franz Lehár vollendeten den "Paganini-Abend".
Im zweiten Konzertteil dominierten dann die Filmmusikklassiker. Ennio Morricones unheilschwangeres "One upon a time in the west" ("Spiel mir das Lied von Tod") und Nino Rotas wunderbar trauriges "Il Padrino" ("Der Pate") erzeugten "Gänsehautfeeling". Abgerundet wurde der Abend durch die zwei Eigenkompositionen von Robert Weirauch "Pagan" - Variationen von Paganini's Caprice no. 24 - und dem "Tango 1412".
Ein Sonderlob gebührt Laura Cabiria, die nicht nur mit ihrem Mezzosopran und charmanten Akzent, der die frivoleren Lieder besonders pikant machte, sondern auch mit ihrem komödiantischen Talent glänzte.
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