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Von Philipp Mardanow  |  28.07.2005  | Netzcode: 10748111  |  23 Mal gelesen.

"Megadrom" ein einziges Flammeninferno

Verheerendes Feuer zerstört Diskothek - 500 000 Euro Schaden - 150 Feuerwehrmänner im Einsatz - Ursache noch unklar

Neunburg/Hofenstetten. Es hat sich ausgetanzt: Ein verheerendes Feuer vernichtete am gestrigen Morgen die Diskothek "Megadrom". Nach ersten Schätzungen spricht die Polizei von einem Sachschaden in Höhe von 500 000 Euro. Die Ursache für den Brand, der im Inneren des Gebäudes ausbrach, liegt noch im Dunkeln.

Gegen 2.20 Uhr schreckten die beiden Bewohner des Anwesens Hofenstetten Nr. 2 aus dem Schlaf: Aus dem Keller des Gebäudes, das in direktem Anbau an die Diskothek angrenzt, drang beißender Brandgeruch. Etwa vier Minuten später rückten die ersten Einsatzfahrzeuge der Neunburger Stützpunktwehr aus.

Am Brandort angekommen, erwartete die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei ein regelrechtes Flammeninferno: Meterhoch schlug das Feuer bereits in den Nachthimmel. Die beiden Bewohner des angrenzenden Wohnhauses hatten sich unverletzt in Sicherheit bringen können.

Acht Feuerwehren



Mit einem Großaufgebot gingen die Floriansjünger gegen das Feuer vor: Rund 150 Kameraden der Feuerwehren Neunburg, Schwandorf, Fuhrn, Kemnath, Penting, Bodenwöhr, Sonnenried und Weiding bekämpften die Feuersbrunst und schafften es letztendlich, ein Ausbreiten der Flammen auf das Wohngebäude zu verhindern. Im Gebäudeinneren kämpften knapp 20 Atemschutzträger gegen den Brand an. Von den Drehleitern der Feuerwehren Neunburg und Schwandorf spritzten Unmengen Löschwasser auf das brennende Dach, "die Versorgung mit Wasser klappte einwandfrei", stellte Kreisbrandmeister und Einsatzleiter Ferdinand Duscher fest. Am Ort des Geschehens waren auch Kreisbrandrat Siegfried Hammerer und Kreisbrandinspektor Manfred Pohl.

Stahlträger schmelzen



Keine Rettung gab's für die Diskothek, sie wurde nahezu vollständig zerstört. In den Flammen blieb von der Inneneinrichtung nichts übrig, selbst Stahlträger wurden in der Hitze weich. Durch die hohen Temperaturen zerrissen zahlreiche Dachziegel, immer wieder fielen Bruchstücke auf die Straße. Durch die Dachverschalung hielten sich hier mehrere Glutnester, die bis in den Vormittag hinein bekämpft wurden. Außerdem musste ein Wiederaufflammen einzelner Brandstellen verhindert werden. Erst um 11 Uhr kehrten die letzten Neunburger Wehrmänner in die Feuerwache zurück.

Die Diskothek befindet sich gerade im Umbau und war zum Zeitpunkt des Brandausbruchs geschlossen. Gerüchteweise war vor Ort zu hören, dass für 1. September eine Neueröffnung geplant gewesen wäre. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf zirka 500 000 Euro. Personen wurden nicht verletzt.

Noch in der Nacht nahmen die Brandfahnder der Amberger Kriminalpolizei vor Ort ihre Ermittlungen zur Klärung der Brandursache auf. Am Nachmittag stieß noch ein Sachverständiger des Landeskriminalamtes dazu. Bedingt durch die Einsturzgefahr des Gebäudes mussten die Untersuchungen allerdings abgebrochen werden. "Bisher steht lediglich fest, dass das Feuer im Inneren des Gebäudes ausbrach", so Oswald Ertl, Pressesprecher der Polizeidirektion Amberg. Zur Zeit könne weder ein technischer Defekt noch eine andere Ursache ausgeschlossen werden - "wir ermitteln in alle Richtungen".

Beliebter Tanztempel



Ein einstmals beliebter Tanztempel im Landkreis Schwandorf gehört damit der Geschichte an. Ihre Glanzzeiten hatte die einstige - fast legendär zu nennende "Tanztenne" - in den 70-er und 80-er Jahren erlebt. Einen Neustart gab's Anfang der neunziger Jahre unter dem Namen "CD", der 1999 in "Megadrom" umbenannt wurde. Dann der Niedergang: Am 17. September 2004 hatte die Betreibergesellschaft der Diskothek, die HoZi Gastro GmbH, Insolvenzantrag beim Amtsgericht Amberg gestellt, dieser war aber mangels Masse im Dezember abgelehnt worden. Auch die Pachtverhältnisse hatten in der Vergangenheit mehrfach gewechselt.


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