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Von (msc)  |  25.07.2005  | Netzcode: 10746355  |  190 Mal gelesen.
Hirschau

Hirschau spielt seine Hirschauer Stückln

Erfolgreiche Uraufführung des historischen Freilichtfestspiels

Hirschau. (msc) Kreuzträger, Blasmusik, Geistlichkeit, Jungfrauengesangverein und das Volk formieren sich zum Leichenzug. Mit dem Ende fängt man an in Hirschau. Hier ist die Bauernschläue der Bevölkerung, mit der

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Kreuzträger, Blasmusik, Geistlichkeit, Jungfrauengesangverein und das Volk formieren sich zum Leichenzug. Mit dem Ende fängt man an in Hirschau. Hier ist die Bauernschläue der Bevölkerung, mit der sie sich und andere gern auf den Arm nimmt, ja geradezu sprichwörtlich bekannt. Hier wird Licht in das Rathaus ohne Fenster getragen, wenn beim Bau die Fenster vergessen wurden, und ahnungslose Gäste schickt man mit Kerze und Sack zum Älwertritscherlfangen.

Viele solcher lustigen und bizarren Hirschauer Stückln sind überliefert. Jetzt haben die Hirschauer sich auf ihre ganz besondere Tradition besonnen und ein Theaterstück daraus gezimmert - oder besser: zimmern lassen von Katrin Klewitz. Am Freitag war Uraufführung vom "Hirschauer Stückl". Die Autorin ist eine erfahrene Theaterfrau mit abgeschlossener Schauspielausbildung. Sie platzierte die Geschichte ins Biedermeier.

Beschauliche Zeiten



Die Zeiten sind beschaulich, behaglich und bequem. Jeder kennt jeden. Alles hat seinen festen Platz und seinen gemütlichen Gang. Bis ein Großstädter als Ballonfahrer in Hirschau landet und für einige Unruhe sorgt. Der Fremde, Herr Buche, erbt das Anwesen einer verstorbenen Verwandten in Hirschau. Nun plant er große Projekte im kleinen Städtchen. Mit List und Fantasie widersetzen sich die Bürger.

Der Fremde hat auch eine Tochter: Annemarie. Die ist dem Papa nachgereist und findet es in dem Landstädtchen viel schöner als in der Großstadt. Sie verliebt sich in den jungen Bauleiter Sebastian. Intrigen werden gesponnen, Streiche ausgeheckt, eine Liebesgeschichte bahnt sich an. So weit die Rahmenhandlung, die Raum gibt für die Hirschauer Schelmenstücke.

Eine Mixtur aus Volks-, Historien- und Bauerntheater bringen 80 Laiendarsteller vor einer grandiosen Kulisse dar. Die Südseite des Schlossareals mit dem Pflegschloss und der alten Mälzerei im Hintergrund bietet den Rahmen für die Freiluftaufführung. Fledermäuse fliegen ganz ohne Regieanweisung, aber wirkungsvoll durchs Bild, Glocken vom nahen Kirchturm läuten, Lichttechnik bringt altes Gemäuer zum Strahlen.

Strahlend ist auch der Auftritt der Schauspieler. Bis auf ganz wenige kommen sie aus Hirschau und Ehenfeld. Vertreten sind alle Berufe. Die Hauptrolle übernimmt zum Beispiel ein EDV-Fachmann, der vorher nie Ambitionen auf das Theaterspielen hatte. Er erweist sich als großes Talent wie so viele, die ganz herrliche Charaktere zeichnen: die resolute Wirtin, die Wasser nur in Eimern serviert, das sanfte Töchterchen Annemarie, das schon mal einen Kreischanfall bekommen kann, Martin, der Stotterer, der immer für Lacher sorgt, und Frau Wilhelm, die mit ihrem Affen wie Witwe Bolte durch die Szene schleicht.

Schutenhut, Schiebermütze, Schleifenhaube und Schneckerlfrisur, Kutsche, Kuh, Ziege, Pferde und Tauben skizzieren vortrefflich das Bild von "ländlicher Einfalt und dörflicher Idylle". Die zauberhaften Kostüme und das gelungene Bühnenbild von Andreas Arneth runden den Eindruck perfekt ab. Schwerstarbeit hatte Regisseurin Yvonne Brosch zu leisten. Die große Bühne mit Leben und Lebendigkeit zu füllen, skurrile Geschichten in verständlichen Bildern zu erzählen, eine Liebesgeschichte zu spinnen und die Spannung bis zum Schluss zu halten, das war die Aufgabe für einen Herkules. Und das hat sie nicht ganz geschafft.

Viele witzige Szenen



Einige Gags und Einfälle blieben unbemerkt, weil sie im "stummen Winkel" passierten, während das Redetheater an einer anderen Ecke passierte. Andere lustige Passagen, wie die Fahrt mit dem Schubkarren nach Amberg, konnten jedenfalls auf den hinteren Plätzen nicht beobachtet werden. Etwas unverständlich blieb auch die Schlussszene. An einigen Ecken und Enden sollte also noch gerafft und gestrafft werden, sollten Besonderheiten mehr in den Vordergrund geschoben werden, wie anno dazumal das Hirschauer Rathaus. Da herrschten buntes Treiben und Temperament! Viele witzige Szenen begeisterten, wie der Leichenzug mit den Falschsängerinnen, die Kutschfahrt, die Leiterszene, das Lichteinfangen oder die Kurierpost per Brieftauben. Auf jeden Fall sind die Hirschauer für dieses Hirschauer Stückl zu beglückwünschen. Das große Engagement, die Begeisterung, der Eifer waren beeindruckend. Der Anfang für eine erfolgreiche Freilicht-Festspielkarriere mit dem "Hirschauer Stückl" ist gemacht!

Weitere Aufführungen sind am 27. und 29. Juli sowie am 3., 5. und 6. August, jeweils um 20.30 Uhr. Karten und Information unter Telefon 09622/ 718773, Fax 09622/81715, E-Mail: karten@festspielverein-hirschau.de

Weitere Informationen im Internet:

www.festspielverein-hirschau.de

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Hirschau. (msc) Die Hirschauer Stückln gibt es ja schon lange. Aber erst jetzt macht sich die Stadt daran und arbeitet die lustigen Streiche und Begebenheiten auf. Dramatisch, kulturell, historisch, kulinarisch, literarisch oder satirisch werden sie durchleuchtet und mit Fantasie und Feuereifer im Freilichtfestspiel "Hirschauer Stückl" nachgespielt. Weit über einhundert Akteure machten die bestens besuchte Uraufführung am Freitagabend zum Erfolg. (Bilder: Steinbacher)
von der Premiere!

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