Schwandorf
Spurensuche nach dem modernen Europa
Drei Künstler aus der Neuen Welt frischen im Oberpfälzer Künstlerhaus alte Verbindungen auf
Es ist nicht bloße Freundlichkeit gegenüber dem Gastgeber, wenn sich seit nunmehr 16 Jahren Künstler aus den USA begeistert zeigen, was ihnen das Oberpfälzer Künstlerhaus in dem Schwandorfer Stadtteil Fronberg an Arbeitsbedingungen und Eindrücken bietet. Denn "Old Europe" hat in diesen Kreisen eine gänzlich andere Bedeutung, als der Unterton, für den dieser Begriff im politischen Streit vor nicht allzu langer Zeit herhalten musste.Ausdrücklich betont das die Malerin Patricia McEvoy aus New York. Als Provinz erlebt sie Fronberg nicht. Sie fühlt sich auf ihrer Spurensuche sehr nahe an dem Kultur und Kunst stiftenden Europa der Moderne. Ihre stilistische Vorliebe gehört dem deutschen Expressionismus, sagt sie und fügt hinzu, ihn auch in der banalen Alltäglichkeit zu finden.
Sie wie der Komponist James Lewis (Jimmy) gastieren derzeit im Oberpfälzer Künstlerhaus II auf dem Hintergrund des mit dem Virginia Center for the Creative Arts, VCCA, gepflegten Austausches. Der ersten Institution, mit der die Kebbel-Villa diese Verbindung einging. Jimmy möchte die sechs Wochen hier nutzen, sein musikalisches Portrait über das Leben und Wirken des kubanischen Widerstandskäpfers Caturla zu beenden und seine Gedanken für eine neue Arbeit zu sortieren.
Als Wanderer zwischen den Welten unterschiedlicher Kulturen sieht sich der bildende Künstler Jonathan Barbieri. Er ist Amerikaner, lebt jedoch fast ausschließlich in Mexico. Den Puritanismus seiner Heimat verabscheut er und bescheinigt Europa aus dem Blickwinkel der Oberpfalz schlichtweg Lebenslust und eine gewisse Leichtigkeit. Barbieri, dessen italienische Vorfahren unverkennbar sind, gastiert im Zuge des "Djerassi Artists Program". Die offizielle Begrüßung der drei Künstler aus den USA nutzte der Vorsitzende des Fördervereins der Kebbel-Villa, Thomas Hanauer, das bisher gepflegte und kontinuierlich ausgeweitete Austauschprogramm noch keineswegs für erschöpft zu erklären. "Wir sind noch nicht satt", arbeitet der Förderkreis daran, einen weiteren Ateliertrakt für das Künstlerhaus II anzugehen, um die Kapazitäten nochmals anheben zu können.
Auch Dr. Rudolf Ebnet, der BMW als Hauptsponsor im Hintergrund vertritt, stellte unmissverständlich klar, diesen internationalen Austausch auf Stipendiumsbasis sowie die nötigen räumlichen Voraussetzungen mit dem Künstlerhaus II finanziell abzusichern.
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