Amberg
Für Busfirmen Hand ins Feuer gelegt
"Bei uns steigen die Schüler in sichere Fahrzeuge"
Amberg. Zwei Unternehmern droht sogar der Lizenzentzug, weil sie mit verkehrsunsicheren Rostlauben Kinder befördert haben: Der Hofer Schulbus-Skandal treibt Reinhard Sommer von der Verkehrsgemeinschaft Amberg-Sulzbach die Zornesröte ins Gesicht: "Solche schwarzen Schafe bringen eine ganze Branche in Verruf." Imageschaden und Vertrauensverlust. In Amberg und Umgebung, schwört Sommer Stein und Bein, seien die Schulbusse nach wie vor ein sichereres Transportmittel.
Nach einem Zeitungsbericht wurden im Kreis Hof von 20 kontrollierten Schulbussen 15 beanstandet. Fast keiner sei absolut in Ordnung gewesen, ein Teil habe sogar gravierende Sicherheitsmängel aufgewiesen. Inakzeptabel und höchst gefährlich vor allem der Zustand eines 54-Sitzers des Baujahres 1977 - der voll besetzt mit Kindern war. Berichtet wird - nur in diesem Fall, wohlgemerkt - von einer Bremse, die hinten rechts komplett ausgefallen gewesen sei und vorne rechts nur noch stark eingeschränkt gewirkt habe, von einem Rahmenbruch, einem abgerissenen Stoßdämpfer und massiven Rostschäden an tragenden Teilen (unter anderem der Radaufhängung). "Der völlig rostzerfressene Einstieg hätte sich mit einem kräftigen Tritt durchtreten lassen", hieß es.Bei solchen Horrormeldungen sträuben sich VAS-Sprecher Sommer und Ulrich Bauer vom Zweckverband Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS) die Nackenhaare. Für die Schülerbeförderung in Amberg und Umgebung, die fast ausschließlich über den Linienverkehr abgewickelt werde, geben sie Entwarnung. Im Vergleich zu anderen Städten und Landkreisen, so unterstrich ZNAS-Geschäftsleiter Bauer, "haben wir Top-fahrzeuge". Kaum ein anderer Zweckverband verfüge über "so gutes Material". Die Busse, mit denen die Stadtlinien bestückt werden und in denen nach Bauers Schätzung täglich um die 5000 Schüler mitfahren, seien zu 95 Prozent nicht älter als fünf Jahre. Nur bei Ausfällen kämen hin und wieder Fahrzeuge zum Einsatz, die ein paar Jahre mehr am Buckel haben. Doch auch an diesen sei technisch nichts auszusetzen.
"Wir haben noch nie von irgendeiner Seite Probleme gehabt", betont auch Sommer mit Blick auf die Unternehmen, die im VAS-Gebiet mit rund 200 Bussen über die Straßen rollen. "Wir achten da auch darauf." Es sei auch noch nicht passiert, dass ein Omnibus aus dem Verkehr gezogen werden musste. Sollte eine Firma wirklich einmal schlampen, würde man rigoros durchgreifen. "Von heute auf morgen fährt der nimmer für uns", droht Sommer harte Konsequenzen an. Die Regierung der Oberpfalz habe ebenfalls ein wachsames Auge. Bei Verstößen wäre ein Betrieb "schnell die Konzession los".
Sommer machte deutlich, dass er für die in der VAS zusammengeschlossenen Unternehmen die Hand ins Feuer legen könne ("Sie sind zuverlässige Partner). Nachdem viele von ihnen auch im Reiseverkehr tätig seien, könnten sie sich Rostlauben und Sicherheitsmängel jeglicher Art gar nicht leisten (siehe auch "Hintergrund").
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