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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  31.03.2005  | Netzcode: 10696805  |  312 Mal gelesen.
Düsseldorf/Weiden

Das Leben bietet die tollsten Geschichten

Horst Eckert liest am 7. und 8. April in Weiden und Pressath aus seinem neuesten Krimi "617 Grad Celsius"

Das von den Düseldorfer Stadtwerken angebotene Gasgemisch entzündet sich exakt bei 617 Grad Celsius. Diese Tatsache bildet den zündenden Titel von Horst Eckerts neuem Kriminalroman. Der in Weiden geborene Pressather, ausgezeichnet mit dem "Marlowe" (für "Aufgeputscht" 1997) und dem "Glauser" (2001 für "Die Zwillingsfalle"), bringt die 316 hoch spannenden Seiten seines achten Taschenbuch-Krimis im Grafit-Verlag zum 7. April heraus. Eckert, der seit achtzehn Jahren im Rheinland lebt, stellt sein brandneues Werk in der Region vor: am 8. April (20 Uhr) in der Weidener Buchhandlung Gollwitzer, und am 9. April (20 Uhr) im Pfarrsaal Pressath. Karten hierfür unter Telefon 09644/8000).

Sie bereuen den Sprung in das freie Schaffen eines Autors nicht: Man nennt Sie den deutschen Hitchcock, gefällt Ihnen das oder hinkt der Vergleich?

Eckert: Hitchcocks Werke gelten weltweit als Klassiker, im Vergleich dazu ist jeder deutsche Krimiautor ein sehr kleines Licht. Natürlich hinkt der Vergleich, aber wir haben tatsächlich etwas gemeinsam: Wir zeigen, wie sich aus menschlichen Schwächen und Leidenschaften dramatische, ja tödliche Konflikte entwickeln können, und wir lieben es, unsere Geschichten möglichst spannend zu erzählen.

Ihre neunzehnseitige Krimikurzgeschichte "Juwelen am Hellweg" ist bereits auch schon wieder für den Friedrich-Glauser-Preis 2005 nominiert, als beste deutsche Kurzgeschichte des Jahres ...

Eckert: Eine Ehrung, die mich sehr freut. Dabei schreibe ich meine Kurzgeschichten eher nebenher. All mein Herzblut und die Arbeitskraft von achtzehn Monaten liegen in "617 Grad Celsius", dem Roman, der jetzt Anfang April erscheint.

Auch Ihr achtes Buch, das wie immer in Düsseldorf handelt, strotzt vor brandaktuellen Themen - da spürt man den ehemaligen Journalisten in Ihnen: die bevorstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, Vaterschafts- und Gentests, Tablettenabhängigkeit, homoerotische orientierte Spitzenpolitiker ...

Eckert: Das Leben bietet die tollsten Geschichten. Jeden Tag produziert die bundesdeutsche Wirklichkeit Krimistoff - man muss nur genau hinsehen. Der Kern hinter all den aktuellen Themen ist jedoch ein einfacher, aber mächtiger Konflikt: Eine Tochter vergöttert ihren liebevollen, erfolgreichen Vater, muss sich jedoch von ihm lösen, als sie das Geheimnis seiner Vergangenheit entdeckt.

Als neue Krimiheldin steht diesmal Anna-Luna Winkler im Mittelpunkt. Warum lassen Sie Ihre armen Protagonisten eigentlich immer unter Hochstress, im Angesicht einer Dienstsuspendierung, dazu überhäuft mit privaten und gesundheitlichen Problemen, arbeiten?

Eckert: Von Billy Wilder habe ich den Satz gelesen: Beginne mit einem Erdbeben und steigere das Ganze langsam bis zum Höhepunkt. In "617 Grad Celsius" ist das "Erdbeben" die Explosion einer Wohnhauses im Stadtzentrum, und wie Annas Stress zunimmt, erklärt der Roman. Hätte sie keine großen Probleme, würden wir uns nicht um sie sorgen. Und das Leben ist zu kurz, als dass wir uns mit lauwarmen Büchern abgeben sollten.

Auch ein niederbayerischer Ermittler aus Straubing ist diesmal in der Polizeiriege zu finden und dem mörderischen "Beißer" auf der Spur. Er lässt sich sogar zu einem "Passt schon!" hinreißen. Das lässt Ihre Leser in Bayern und der Oberpfalz auf mehr hoffen ...

Eckert: In Pressath wurde ich oft gefragt: Wann schreibst du endlich einen Krimi, der bei uns handelt? Mir war klar, dass ich diesem Drängen irgendwann nachgeben musste.

Ich weiß, dass Sie Weiden und Pressath bereits ganz frisch literarisch verarbeitet haben - in Ihrem Kurzkrimi "Servus Oberpfalz". Wann wird denn das gute Stück vorgestellt?

Eckert: Zeitgleich mit "617 Grad Celsius" erscheint im Grafit-Verlag der Sammelband "Tatort Bayern", zu dem großartige Kollegen ihre Kurzgeschichten beigesteuert haben. Bei meinen Lesungen in der alten Heimat, in Weiden in der Buchhandlung Gollwitzer am 8. April, und einen Tag später im Pfarrsaal von Pressath, werde ich beides vorstellen, "Servus Oberpfalz" und den neuen Roman.

Weitere Informationen:

www.horsteckert.de

www.grafit.de


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