Oberpfalznetz.de > Lokales > Kreis Amberg-Sulzbach > Vorerst kein Mobilfunkmast

Von Jörg Renner  |  01.12.2004  | Netzcode: 10646937  |  538 Mal gelesen.
Ebermannsdorf

Vorerst kein Mobilfunkmast

Landratsamt setzt Bauantrag für Ebermannsdorf aus - Juristisches Neuland

Die Gegner eines Mobilfunkmastens in der Nähe der Ebermannsdorfer Schule können durchatmen: Das Landratsamt setzte den Bauantrag der Firma Vodaphone am 22. November für ein Jahr aus. Welche Auswirkung dies genau haben wird, steht noch nicht fest, denn es wurde juristisches Neuland betreten. Im Amt wird Widerspruch des Unternehmens erwartet.

Wie mehrfach berichtet, will Vodaphone in Ebermannsdorf einen Mobilfunkmasten in der Nähe der Schule errichten. Dagegen bildete sich eine Bürgerinitiative, die auch mit einer Unterschriftenaktion versuchte, das Vorhaben zu verhindern. Im Gemeinderat, der zunächst zugestimmt hatte, setzte ebenfalls ein Umdenken ein.

Der Bauantrag sei an sich zulässig, informierte auf Anfrage unserer Zeitung gestern Baujurist Regierungsrat z.A. Matthias Steck. Doch seit dem 30. Juli gibt es den Absatz 3 in Paragraph 15 des Baugesetzes in der jetzigen Form. Danach ist ein Aussetzungsantrag möglich, davon wurde Gebrauch gemacht.

Dieser ist nur zulässig, wenn die Gemeinde beginnt, den Flächennutzungsplan neu zu erarbeiten und Standpunkte festzulegen, an denen Mobilfunkmasten nicht errichtet werden dürfen oder solche, an denen das möglich sein wird. Positive und negative Standorte würden so benannt.

"Das hat in Bayern bisher nach unserem Wissen noch niemand gegen den Willen der Netzbetreiber unternommen, es ist juristisches Neuland", sagte Steck gestern. Bis kurz vor Weihnachten bleibt Vodaphone Zeit, Widerspruch gegen den Aussetzungsbescheid einzulegen.

Es gibt laut Steck übrigens keinerlei Möglichkeiten, den Bau eines Mobilfunkmastens zu verbieten, weil Angst vor zu großer Strahlenbelastung besteht. Denn da sind Grenzwerte festgelegt, die von den Mobilfunkbetreibern nicht überschritten würden. Innerorts seien gar keine Baugenehmigungen notwendig, wenn die Masten nicht höher als zehn Meter gebaut würden.

Bisher sei nach juristischer Sicht eine Gesundheitsgefährdung durch Strahlenwerte aus dem Mobilfunk nicht bewiesen - eben wegen der existierenden und eingehaltenen Grenzwerte. "Könnte da jemand wissenschaftlich etwas anderes belegen, fiele dies alles um", hob Steck hervor.

Deshalb hätte das Vorhaben, den Masten an der geplanten Stelle zu verhindern nur einen Sinn, wenn städtebauliche Gründe geltend gemacht werden könnten, erläuterte der Baujurist. Dies gelte beispielsweise bei Landschaftsschutz, Denkmalschutz, wegen der eventuellen Errichtung eines Wohviertels an der angedachten Stelle oder weil genau dort die Trasse für eine Straße verlaufen könne.

"Die Schwierigkeit oder die Chance für Ebermannsdorf, das Vorhaben am vorgesehenen Standort zu verhindern, kann also nur sein, einen städtebaulichen Grund anzuführen", betonte der Jurist. Das Ergebnis der neuen Ebermannsdorfer Planungen werde das Landratsamt prüfen und dann entscheiden, ob der Grund maßgeblich ist oder nicht.

Dann könnten alle rechtlichen Konsequenzen folgen. "Ein derartiger Streit kann bis zum Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig gehen. Das würde Jahre dauern." Betroffen ist im Landkreis übrigens neben Ebermannsdorf auch Vilseck, wo ein ähnliches Vorgehen erwogen wird.

Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen

Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.


Heute, Seite 2

Vorabmeldung aus der Zeitung von morgen. Sulzbach-Rosenberg

Zwangsarbeit in den Fokus gestellt

Ausstellung öffnet heute im Rathaussaal

Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren es zwölf Millionen Menschen aus ganz Europa, die im nationalsozialistischen Deutschland Zwangsarbeit leisten mussten, auch in und rund um Sulzbach-Rosenberg. mehr...
Zum Artikel: Großartige Bühnenpräsenz gezeigt

Sulzbach-Rosenberg

Großartige Bühnenpräsenz gezeigt

Konzert mit Arien und Songs an der Berufsfachschule für Musik wird zum Erlebnis

Die Berufsfachschule für Musik hat eine Sonderstellung: Sie ist offiziell für den Regierungsbezirk Oberpfalz, aber auch darüber hinaus überregional für gesangliche und instrumentale Vorbereitung von Talenten zuständig, die sich für ein Studium an Musikhochschulen qualifizieren wollen. Damit hat sie eine wichtige kulturelle Aufgabe, der sie durch die Leistungen ihrer Lehrkräfte mit großem Erfolg nachkommt. Das war beim KonzertAbend zu erleben. mehr...

Vorabmeldung aus der Zeitung von morgen.

Zeitplan für den Bouldercup

Auerbach.(sta) Für den Bouldercup in Auerbach ist folgender Zeitplan aufgestellt: • Freitag, 25. Mai 17 Uhr: Zeltwiese an der mehr...

Hahnbach

Als guter Hirte immer da

In Vertrauen auf Jesus feiern 32 Hahnbacher Kinder Erstkommunion

Empfangen von Orgel und Trompete zogen 32 Erstkommunikanten in die geschmückte Hahnbacher St.-Jakobus-Pfarrkirche ein. Gemeindereferentin Rita Weiß umrahmte mit dem Spontan-Kinderkirchenchor und mehr...
Zum Artikel: Bogen vom Barock bis zur Gegenwart

Sulzbach-Rosenberg

Bogen vom Barock bis zur Gegenwart

Tastenmatinee der Städtischen Sing- und Musikschule bunt und vielfältig - Motivierendes Spiel

Einen Querschnitt der Arbeit am Klavier erlebte man bei der Tastenmatinee der Städtischen Sing- und Musikschule im Rathaussaal. Die Schüler von Ines Lunkenheimer, Konstantin Semilakovs, Gabriele mehr...
Gestern, Seite 2
Zum Artikel: Spintler Druck

Sulzbach-Rosenberg

Hohes Ausbildungsniveau

"MuK-Zwergerln" zeigen sich in Vorspiellaune

Die MuK-Zwergerln, das sind die jüngsten Aktiven des Musik- & Kulturzentrums, zeigten sich bei ihrem Vorspiel in der Jahnschulaula von ihrer besten Seite.Das Instrumentarium der "Kleinen Künstler" mehr...

Ursensollen

Hubertus ist keine halbe Sache

Ursensollener Schützenverein unter neuer Regentschaft - Diverse Scheiben ausgeschossen

Der Höhepunkt eines Schützenjahres ist bei den Hubertus-Schützen Ursensollen die Königsproklamation. Denn was wäre ein Schützenverein ohne einen Schützenkönig, eine Schützenliesl und einen mehr...

Sulzbach-Rosenberg

Innere Werte und hohe Moralansprüche

Macht und Tugend in Konstantinopel - Vortrag von Dr. Gabriele Ziegler über "Bertha von Sulzbach im Spiegel ihrer Zeit"

"Bertha von Sulzbach ist eine der bedeutendsten und zugleich unbekanntesten Frauengestalten der Stadt", erklärte Stadtheimatpfleger Dr. Markus Lommer, als er im gut besuchten Seidel-Saal die mehr...
Zum Artikel: Junge Unternehmer braucht das Land

Sulzbach-Rosenberg

Junge Unternehmer braucht das Land

Realschüler entwickeln im Wahlkurs interessante Geschäftsideen - Jury stark beeindruckt

Der krönende Abschluss des Wahlkurses NFTE lief in der Aula der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg in Form des ersten Unternehmerfrühstücks. NFTE (sprich "nifti") heißt zu deutsch "pfiffig" oder "schlau" und steht für "Network For Teaching Entrepreneurship". Viele kleine und mittlere Unternehmer aus der Region zeigten sich von interessanten Geschäftsideen der Realschüler begeistert. mehr...

Illschwang

Kirche unterwegs

Seit 150 Jahren Illschwanger Wallfahrtstradition

Auf ein besonderes Jubiläum freut sich die katholische Pfarrei Illschwang. 150 Jahre sind vergangen, seit erstmals Pilger am Dreifaltigkeitswochenende in Illschwang aufbrachen, um ihre Anliegen in die Basilika in Gößweinstein zu tragen. Eines der beiden Wallfahrtsbilder der Pfarrei weist auf die Jahreszahl 1862 hin. mehr...