Oberpfalznetz.de > Lokales > Kreis Tirschenreuth > Neue Wege für den Luchs

Von Ronald Ledermüller  |  26.11.2004  | Netzcode: 10645054  |  184 Mal gelesen.
Friedenfels

Neue Wege für den Luchs

Wildbrücken gegen die genetische Isolation - Wandermöglichkeiten auch für Rotwild

Friedenfels. "Der Luchs sprengt Grenzen", lautet ein Lieblingssatz von Manfred Wölfl. Der Diplom-Biologe im Naturpark Bayerischer Wald ist wohl der bekannteste Luchs-Experte Bayerns. Er war einer der Referenten beim Luchsarbeitskreis Nordbayern am Dienstagabend in der Schlossschänke.

Längst ist die große gefleckte Waldkatze mit den Pinselohren und dem Stummelschwanz in den ostbayerischen Grenzgebirgen wieder heimisch. In der Region Fichtelgebirge, Steinwald und Frankenwald bemüht sich der Arbeitskreis Nordbayern um den Luchs.

Im Winter, wenn frischer Schnee gefallen ist, gehen die Mitglieder des Arbeitskreises in den Wäldern im wahrsten Sinne des Wortes auf Spurensuche, zentral erfasst und kartiert von dem Diplom-Biologen Hans-Christian Müller und dem Rehauer Siegfried Hösch. Da der Winter erst begonnen hat, konnte Hans-Christian Müller bisher nur 15 Meldungen aus dem Zeitraum Januar bis März 2004 vermelden.

"Ein Großteil davon kam aus dem Gebiet des Großen Kornbergs im Fichtelgebirge", erklärte Müller. Aus den gefundenen Spuren konnten die Experten herauslesen, dass es möglicherweise in diesem Sommer sogar Nachwuchs bei den Luchsen gegeben hat. Aufschlussreich war zudem, dass am gleichen Tag Luchsfährten auf der "Hohen Matze" bei Nagel gefunden wurden. "Da Luftlinie 25 Kilometer entfernt, kann man also davon ausgehen, dass diese Fährte von einem dritten Luchs stammte", folgerte Müller.

Erfreut zeigte sich der Experte auch über Meldungen aus dem Goldkronacher Forst und jenseist der Landesgrenze aus Klingenthal. Die in den vergangenen Jahren gesammelten Daten lassen den Schluss zu, dass sich der Luchs gerne weiter ausbreiten würde - wenn er nur könnte. Denn vor allem mehrstreifig ausgebaute Autobahnen mit kilometerlangen Wildschutzzäunen stellen für den Luchs ein schier unüberwindliches Hindernis dar.

"Aber nicht nur für ihn", stellte Ulrich Rudolph vom Landesamt für Umweltschutz fest. Auch die größte heimische Wildtierart, der Rothirsch, leide unter der Zerschneidung seiner Lebensräume. Zwar darf sich das Rotwild per Gesetz nur in ausgewiesenen Rotwildgebieten, wie etwa dem Fichtelgebirge, aufhalten. Außerhalb dieser Gebiete wird Rotwild nicht geduldet und ist von den Jägern zu erlegen. "Diese Gebiete sind aber politischer, nicht biologischer Natur", gab Rudolph zu bedenken. Von Natur aus lege Rotwild weite Wanderwege zurück. Im Auftrag des Landesamtes für Umweltschutz werde derzeit ein Konzept entwickelt, das es großen Wildtieren wieder möglich machen soll, zumindest innerhalb ihrer zugestandenen Lebensräume zu wandern.

"Sonst besteht die Gefahr der genetischen Isolation. Das könnte die Populationen von Luchsen ebenso wie von Rothirschen gefährden", erläuterte Rudolph. Wildbrücken über Autobahnen seien ein probates Mittel - allerdings nicht ganz billig: Rund sieben Millionen Euro kostet so eine "Wildtierüberführung". "Aber wenn wir wollen, dass diese Tierarten bei uns überleben, werden wir zumindest bei Neubauten solche Wandermöglichkeiten eröffnen müssen."

Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen

Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.

Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.


Heute, Seite 2

Waldsassen

200 Einsätze im "Bavaria"-Team

Auszeichnung für Lorenz Rosner - Jahreshauptversammlung: Vertrauen für bewährten Vorstand

Bettina Koch bleibt weiterhin an der Spitze des Kegelvereins "Bavaria". Bei den Neuwahlen bestätigten die Mitglieder in der Jahreshauptversammlung die bewährte Führungsspitze. mehr...

Krummennaab

Am Anfang einer Karriere

Klavier- und Gitarreschüler der Kreismusikschule zeigen bei Vorspielabend Können

Über 50 Zuhörer hatten sich in der Aula der Mehrzweckhalle versammelt, um den Klavier- und Gitarreschülern von Reinhard Mährländer von der Kreismusikschule Tirschenreuth zu lauschen. Mährländer begrüßte die vielen Gäste und bedankte sich bei Bürgermeister Uli Roth für das tolle Ambiente in der neu gestalteten Aula. "Hier können sich die kleinen Künstler richtig präsentieren", so Mährländer. mehr...
Zum Artikel: Bestes Wasser aus 170 Metern Tiefe

Waldershof

Bestes Wasser aus 170 Metern Tiefe

Bau des neuen Hochbehälters kostet über eine Million Euro - Symbolischer Spatenstich

"Wir stehen beim Bürger im Wort, ihn mit sehr gutem Trinkwasser zu versorgen", verdeutlichte Bürgermeister Hubert Kellner, bevor er am Mittwochnachmittag zusammen mit Stadträten sowie Vertretern von Gesundheitsamt, bauausführenden Firmen und Planungsbüro symbolisch zum Spaten griff. Die Stadt Waldershof investiert über eine Million Euro in den Bau eines neuen Wasser-Hochbehälters. mehr...
Zum Artikel: Davon sollen alle profitieren

Kemnath

Davon sollen alle profitieren

Energieeffizienz nicht nur für Unternehmen, auch für Privathaushalte - Empfang im Rathaus

Gleich vier besondere Anlässe gab es am Montag, über die sich Bürgermeister Werner Nickl bei einem Empfang im Rathaus freuen konnte. Unter den Ehrengästen war auch Umwelt-Staatssekretärin Melanie Huml. mehr...

Guttenberg

Erbendorf müsste Kabel finanzieren

CSU-Bürgergespräch: DSL für Bereich Guttenberg bereitet Probleme - Drei Gebiete für Windkraft

Beim Bürgergespräch der CSU galt das besondere Interesse der Teilnehmer dem DSL-Anschluss in der ehemaligen Gemeinde Guttenberg. Ob er allerdings kommt, ist derzeit nicht abzusehen. Fest ist allerdings der Standort der Windräder im Hessenreuther Wald, die auch von Guttenberg und Schweißenreuth aus nicht zu übersehen sein werden. mehr...
Gestern, Seite 2
Zum Artikel: Spintler Druck

Plößberg

Brett könnte Nase des Gegners sein

"Starke Kinder schützen sich": Josef Schörner vermittelt Techniken zur Selbstverteidigung

Der Elternbeirat der Grundschule hat dieses Schuljahr wieder einen Kurs "Starke Kinder schützen sich" für die Schüler der ersten und zweiten Klassen organisiert: Mit viel Spaß vermittelte Ju-Jutsu-Trainer Josef Schörner aus Luhe-Wildenau den Kindern sinnvolle Techniken zur verbalen und körperlichen Selbstverteidigung. mehr...
Zum Artikel: Ex-Profis auf dem Platz

Immenreuth

Ex-Profis auf dem Platz

Clubfreunde feiern 20-jähriges Bestehen mit Nürnberger Traditionself

Die Clubfreunde feiern vom Freitag bis Sonntag ihr 20-jähriges Bestehen auf dem Gelände des Sportvereins. Das Fest beginnt gleich am ersten Tag mit einem fußballerischen Höhepunkt. Die Traditionself der Nürnberger wird um 18 Uhr auf dem Fußballplatz einlaufen und gegen eine Auswahlmannschaft der Club-Fanclubs antreten. mehr...

Waldsassen

Für fitte Senioren

Stadt investiert 26 000 Euro in Bewegungs-Park

Die Geräte sind in enger Absprache mit der Leitung der Orthopädie-Rehaklinik ausgewählt worden: Knapp 26 000 Euro gibt die Stadt Waldsassen für die Ausstattung des Senioren-Bewegungs-Parks aus. mehr...

Mitterteich

Gestank durch Grüngut

Ernst Bayer bringt im Stadtrat Geruchsbelästigung am Bauhof zur Sprache

Freie Wähler-Sprecher Ernst Bayer brachte im Stadtrat das Thema Geruchsbelästigung am Bauhof zur Sprache. Durch die Anlieferung der Grünabfälle und weil sie dort länger lagerten, kam es bisweilen zu Geruchsbelästigungen. mehr...
Zum Artikel: "Glücksfall für den Stimmkreis"

Tirschenreuth

"Glücksfall für den Stimmkreis"

SPD zieht mit Brigitte Scharf und Berthold Kellner in den Wahlkampf um Bezirk und Landtag

Jetzt ist offiziell, was die Spatzen längst schon von den Dächern pfiffen: Für die SPD möchte Brigitte Scharf erneut im Bezirkstag ihre Stimme erheben, Berthold Kellner kandidiert für den Stimmkreis Tirschenreuth um den Einzug in den Landtag. mehr...