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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  13.09.2004  | Netzcode: 10612833  |  354 Mal gelesen.
Püchersreuth/Wurz

Kunterbunte Herbsttöne setzen bravourösen Schlusspunkt

Flöten- und Harfenklänge von Vukan Milin und Birgit Bachhuber läuteten Finale des 17. Wurzer Sommers ein

Melancholisch schöne Klangwelten kündigten am Samstag abend mit herbstlichem Flair das Ende des 17. Wurzer Sommers an. Zuvor waren die Musikfreunde nur so herbeigeströmt, um den allerletzten Open-Air-Konzertabend im Grünen noch einmal richtig zu genießen. Die 230 Zuhörer lernten den Münchner Flötisten Vukan Milin und die Harfenistin Birgit Bachhuber (beide Solisten großer norddeutscher Orchester) bei Bearbeitungen und Originalen von ihrer besten Seite kennen. Mit Bravorufen und zwei Zugaben nahmen Publikum und Interpreten nach über zwei gemeinsamen Stunden herzlich voneinander Abschied.

Die Zeitreise von der dekorativen Üppigkeit des Barock (vertreten durch die "Folies d'Espagne" und Bach Sonate g-moll) zum konkret zeichnenden "Ziegentanz" von Arthur Honegger, führte in pittoresker Mischung in heiterer und entspannender Atmosphäre durch die Musikstile von vier Jahrhunderten. Während der Flötist (der schon als Zwölfjähriger damit begonnen hat über die folgenden zwanzig Jahre allerorten die ersten Preise bei Musikwettbewerben abzuräumen) immer virtuos mit der Melodiestimme glänzen konnte, war die Harfenistin in den übernommenen Rollen des Cembalos sehr auf die Begleitung beschränkt. Doch bei den Originalwerken für ihr Instrument, dem zurecht himmlische Eigenschaften nachgesagt werden, konnte die Musikerin (bei den Fantasien von Spohr, Saint-Saens und Fauré) herrlich auftrumpfen mit gläserner Vielstimmigkeit und endlos fließenden Arpeggien. Solistisch bewies sich Vukan Milin mit dem Vorzeigestück seines Fachs, Debussys "Syrinx", in dem es der Komponist mit großer Instrumentengerechtigkeit wie kein anderer schaffte, poetisch von der Entstehung der Flöte aus dem Schilfrohr zu erzählen.

Auch hier verblüffte Milin durch seine besonders hohe Spielkunst, die bis in die kleinste Formel und in die Triller hinein ein ungeheures Gestaltungsvermögen besitzt. Doch alles Träumen half nichts, der heftig an den Notenblättern zerrende, noch dazu an den Notenständern rüttelnde Wind zeigte deutlich, dass nicht nur der Wurzer, sondern überhaupt der Sommer zu Ende geht.

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