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23.07.2004  | Netzcode: 10590129  |  121 Mal gelesen.
Waldsassen

Verjüngungskur für Werk von "Frater Lipp"

Denkmalgeschützte Muttone-Brücke wird saniert - Fachbetrieb aus Thüringen verpresst und verfugt Mauerwerk

Waldsassen. Von der Brauhausstraße aus sieht das große Zelt auf den ersten Blick schwer nach Sommerparty aus. Doch mit Feiern hat der knallig-grüne Regenschutz überhaupt nichts zu tun: er hilft dabei, dass die Sanierung der barocken Muttone-Brücke auch bei Schlechtwetter fortgeführt werden kann.

"Es war schon Zeit", sagt Äbtissin Laetitia Fech über den Beginn der Sanierung - und angesichts des Zustands des "wunderschönen Baudenkmals", wie die Ordensfrau sagt: Die Muttone-Brücke über die Wondreb wird derzeit umfassend saniert. Von außen ist so gut wie nichts von den Arbeiten zu sehen - eben wegen des großen Zeltes, das über dem Bauwerk errichtet ist.

Im dritten Bauabschnitt



Die Maßnahme wird im Rahmen des dritten Bauabschnitts der Generalsanierung des Klosterkomplexes durchgezogen. Die Ausschreibung der Arbeiten wurde aber separat durchgeführt, erklärt Architekt Klaus-Peter Brückner vom Tirschenreuther Büro "Brückner & Brückner", das mit der Bauleitung beauftragt ist.

Die Brücke, die seit der Barockzeit in der ursprünglichen Form erhalten geblieben ist, war zuletzt ein einem schlimmen Zustand. Schwere Lastwagen durften das Bauwerk, das komplett aus heimischem Granit errichtet ist, schon seit Monaten nicht mehr passieren.

Um etwa bei Notfällen zum Gartenschulhaus zu gelangen, wurde eigens dafür eine Öffnung in die Klostermauer gebrochen: Wo der Haupteingang zum Naturerlebnisgarten entstanden ist, entstand auch eine Feuerwehr-Zufahrt. Das Werk von "Frater Lipp", wie Äbtissin Laetitia den begnadeten Baumeister und Architekten (siehe Info-Kasten) nennt, wurde in den vergangenen Wochen zunächst teilweise abgebaut. Die Schülerinnen, deren Klassenzimmer wegen der Sanierung des Südflügels übergangsweise ins Gartenschulhaus "ausgelagert" sind, müssen deswegen bis zum Beginn der Sommerferien und in den ersten Wochen des neuen Schuljahres die Behelfsbrücke aus Metall benützen.

Zwischen den Steinquadern, die viele Jahrzehnte aufeinander lagerten, befand sich vielfach lediglich eine Erdschicht. Nun wird das Mauerwerk von der Unterseite mit Kalkmörtel verfugt.

Brüstung abgebaut



Von der beauftragten Spezialfirma aus Thüringen entfernt, nummeriert und gereinigt wurden auch die kleinen Granit-Pilaster, die das Geländer der Brücke bilden.

Reine Fußgängerbrücke



Mitte Oktober soll die Sanierung beendet sein, doch soll die Muttone-Brücke bereits zum "Tag des offenen Denkmals" am 12. September präsentiert werden. Nach Abschluss der Arbeiten jedenfalls wird die Brücke die nächsten paar hundert Jahre schadlos überdauern - und auch eine Überfahrt mit Lastwagen aushalten. Doch das Bauwerk wird künftig als reine Fußgängerbrücke dienen.


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