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24.06.2004  | Netzcode: 10574973  |  359 Mal gelesen.
Auerbach

In dieser Goldgrube fand die Maxhütte ihr Erz

Der OWZ-Ausflugstipp: Bergbaumuseum Maffeischächte

Auerbach. Es ist über ein Vierteljahrhundert her, dass die Anlage in Betrieb war, und doch meint man, der letzte Bergmann hätte gerade erst seinen Helm an den Nagel gehängt: die Maffeischächte in Auerbach-Nitzlbuch.

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Quietschbunt präsentiert sich diese Seilwinde: So lustig wie auf dem Spielplatz war es allerdings im Berg nicht. (Bilder: Harald Mohr)
Heute ist die Anlage als "Bergbaumuseum Maffeischächte" öffentlich zugänglich und bildet eine der Hauptattraktionen der "Bayerischen Eisenstraße".

Sie ist im Besitz des Landkreises Amberg-Sulzbach und gehört zum Industrie- und Bergbaumuseum Theuern. Die Stadt Auerbach, der Verein Bergbaumuseum Auerbach-Pegnitz und der Knappenverein Auerbach unterstützen den Landkreis vor Ort, indem zum Beispiel Führungen angeboten werden. Seit letztem Jahr mischt auch noch der Förderverein Maffeispiele e.V. mit, der heuer zum zweiten Mal die "Maffeispiele" (17. und 18. Juli) auf dem Gelände veranstalten wird.

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Die beiden Fördertürme der Grube Nitzlbuch sind die ältesten in Bayern.
Von 1906 bis 1978 wurde in der Nitzlbucher Grube Eisenerz gefördert, insgesamt 16 Millionen Tonnen. Nachdem die Erzvorräte im Amberger Erzberg aufgebraucht waren, erschloss man das Auerbacher Revier. Ihren Namen haben die Maffeischächte von Dr. Hugo Ritter und Edler von Maffei, damals Aufsichtsratsvorsitzender der Maxhütte und Inhaber der Bayerischen Lokomotivfabrik in München, der späteren Krauss-Maffei. Gleichzeitig mit dem Bergwerk baute die Maxhütte 17 Wohnhäuser am Ortsrand von Auerbach, die so genannte Kolonie. In Erinnerung an diesen Ursprung nennt man seit 1975 die Siedlung wieder "Maffeisiedlung".

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Zähne aus 'Widia' nagten an solchen 'Teilschnittmaschinen' das Erz aus der Grube Leonie.
Die Arbeiter hatten es nicht leicht: Fritz Raß, der zweite Vorsitzende des Bergknappenvereins, war früher selber Bergmann. Er erzählt: "Wir mussten alles sprengen." Bevor mit Bohrern die Sprenglöcher gemacht werden konnten und später das Erz in eine Grubenbahn verladen werden musste, ging es zu Schichtbeginn erst einmal mit dem Aufzug 137 Meter hinab in die Tiefe. Die Erzschicht liegt hier nämlich unter einer dicken Kreideschicht.

Von der waagrechten "Hauptstrecke", die in weichem Malmkalk lag, bohrten die Bergleute sich wieder ein Stück nach oben ins Erz hinein. Ein großes Problem war das Wasser, das sofort in die frisch aufgefahrenen Stollen eindrang. Starke Pumpen waren ständig im Einsatz, damit die Grube nicht absoff. "17 Kubikmeter in der Minute mussten raus", erinnert sich Raß.

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Schmale Bahn auf schmaler Spur: die Grubenbahn.
Neben dem verbreiteten Brauneisenstein kommt im Auerbacher Revier auch das seltenere Weißeisenerz vor. Der Brauneisenstein bildete manchmal als "Nadeleisenerz" schöne braune Nadel-Kristalle. Als die Erzvorräte der Grube Nitzlbuch zur Neige gingen, erschloss man im Stadtgebiet Auerbach die Grube Leonie. Ab 1977 förderte man hier Erz.

Bis zum ersten Konkurs der Maxhütte wurden hier bis 1987 fünf Millionen Tonnen Erz gefördert, also fast ein Drittel der viel länger in Betrieb stehenden Grube Nitzlbuch. Die Grube Leonie war das modernste, aber auch das letzte Eisenerzbergwerk Deutschlands. Noch heute liegen mindestens 20 Millionen Tonnen Eisenerz im Grubengebiet Leonie, doch die Förderung ist unwirtschaftlich, und auch die Maxhütte wurde in ihren letzten Jahren mit ausländischem Erz versorgt.

Ursprünglich ging eine Seilbahn von der Grube Nitzlbuch bis zum Bahnhof Auerbach, der Endpunkt der Nebenbahn Ranna-Auerbach war. In den letzten Jahren der Grube transportierte man das Erz aber mit Lastwagen über die Bundesstraße 85, was eine wesentlich kürzere und billigere Verbindung darstellte.

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Mit Hupsignalen verständigten sich die Bergleute beim Einfahren in den Schacht. Diese Anlage funktioniert sogar noch.
Im Museum sind auch Geräte ausgestellt, die in der Grube Leonie im Einsatz waren. Besonders eindrucksvoll die große "Teilschnittmaschine". Mit ihr fuhr man die Transportstollen zur Erschließung der Erzvorräte auf. Riesige Meißelzähne aus hartem "Widia" (von "wie Diamant", ein Werkstoff aus Wolframcarbid und Cobalt) rissen das Gestein heraus.

Neben den Geräten, vielen Schautafeln rund um den Abbau und historischen Fotos kann man sich die Anlage vorführen lassen, die zur Verständigung zwischen dem Bediener des Aufzugs und den Bergleuten mittels Hup-Signalen diente. Bei einer Fahrt rund um das Gelände mit der Grubenbahn kann man sich in die Arbeitswelt eines Bergmannes hinein versetzen. Die Schächte selber sind nicht mehr zugänglich, sie wurden bei der Auflassung der Grube verfüllt.

Das Bergbaumuseum Maffeischächte ist bis September an Sonntagen von 15 bis 17 Uhr und nach vorheriger Anmeldung auch zu anderen Zeiten zu besichtigen. Kontakt über die Stadt Auerbach (Telefon: 09643/2030).

Harald Mohr, Oberpfälzer Wochenzeitung (OWZ)


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