Man möchte die Tiere streicheln, so schön glänzt ihr Fell, so plastisch sind ihre Körper. Englands bedeutendster Tiermaler George Stubbs ((1724 - 1806) kannte sich mit Tieren bestens aus, weil er sie nicht nur malte, sondern sie auch mit akribischer Sorgfalt studierte. Es sind vor allem die Pferde, die ihn faszinierten.
Das Verdienst der Neuen Pinakothek in München ist es, erstmals in Europa "George Stubbs : Science into Art - Tiermalerei zwischen Wissenschaft und Kunst" (bis 6. Mai) zu präsentieren. Integriert in die ständige Ausstellung "Englische Malerei" zeigt der direkte Vergleich mit den Gemälden von Thomas Lawrence und Thomas Gainsborough die individuelle, hochästhetische, teilweise überaus modern anmutende Malweise Georges Stubbs.
Pferde als Model
Die Ausstellung "George Stubbs" beginnt mit 18 Tafeln aus "The Anatomy of the Horse", dem Ergebnis seiner jahrelangen anatomischen Untersuchungen, bei denen er Pferde tötete, sezierte und mit wissenschaftlicher Akribie zeichnete: immer zweimal als reines Knochenskelett und mit Muskelschicht, immer von drei Ansichten, seitlich, von vorne und hinten.
Von Michaela Schabel |
10.03.2012
| Netzcode: 3170185 | 381 Mal gelesen.
München
Pferde und Hunde als Statussymbole
Münchner Neue Pinakothek zeigt Ausstellung über den bekannten englischen Tiermaler George Stubbs
Das Wissen um die Physiognomie der Pferde war die Basis für seine formvollendeten Darstellungen. George Stubbs malte Pferde wie Models mit glänzendem Fell, witternden Nüstern und wachem Blick. Sein ästhetisierender Stil schuf Nachfrage. Es wurde schick, die besten Zuchthengste von Stubbs porträtieren zu lassen: mit Jockey oder Stallmeister oder in freier Natur auf einer Anhöhe mit Blick auf eine Flusslandschaft, unter knorrigen Bäumen, vor wolkigem Himmel.
Am beeindruckendsten sind Stubbs "Stuten und Fohlen" vor monochromen Hintergrund in friesartiger Anordnung. Im extremen Querformat wirken sie sehr modern, fast plakativ. Dagegen sind Auftragsbilder zum "Landleben und Sport" ganz im Stil der damaligen Genremalerei: detailgetreue Gruppenporträts der Adeligen in Parklandschaften, umgeben von ihren Statussymbolen, den Pferde und Jagdhunden, die Frauen in prächtigen Kleidern mit üppigen Faltenwurf, die Gesichter sehr individuell, gut ausgeleuchtet und präzise gemalt. Den Hunden widmete sich George Stubbs in großen Gemälden, reihte sie wie die Pferde, porträtierte die damals beliebten King-Charles-Spaniel-Exemplare. "Turks", ein Wolfspitz, gilt als Stubbs prächtigstes Hundebild.
Von Michaela Schabel |
10.03.2012
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München
Pferde und Hunde als Statussymbole
Münchner Neue Pinakothek zeigt Ausstellung über den bekannten englischen Tiermaler George Stubbs
Exotik der Savannentiere
Als Tiermaler schuf George Stubbs in den Londoner Menagerien oder in den Gehegen des englischen Landadel in Öl oder als Weichgrundradierungen hervorragende Dokumentationen exotischer Tiere: Leoparden, Tiger, Löwe, Nashorn, ein Zebra so präzise, dass man es Kap-Bergzebra zuordnen kann. Seine Raubkatzen wirken wie Kuscheltiere, mit verspielten Blick und seidenweichem Fell. Stubbs zeigt aber auch den unerbittlichen Kampf der Tiere ums Überleben. Angsterfüllt weicht ein Pferd vor dem grimmigen Löwen zurück und wird in einem zweiten Bild doch grausam zerbissen.
Die beiden Porträts, die die Ausstellung umklammern, zeigen George Stubbs als ernsten Mann mit forschendem Blick und weichen Gesichtszügen. In jungen Jahren die Mundwinkel nach unten finden sie im Erfolg die Waagrechte. Trotz seiner vielen Aufträge starb dennoch George Stubbs völlig verarmt. Sein künstlerisches Werk wurde versteigert und verkauft, nur ein kleiner Teil seiner Gemälde sind in Museen zu finden. Insofern ist die Münchner Ausstellung eine absolute Rarität.
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