Von (uz) |
21.02.2012
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Weiden
Auf keinen Fall wegschauen
"Zivilcourage zeigen": Polizei gibt neuen Kurs an Volkshochschule - Schrei schreckt ab
Weiden. (uz) "Stopp!" schrie Erster Polizeihauptkommissar Roland Ast durchs Foyer der Volkshochschule. Und die Teilnehmer eines Fremdsprachenlehrganges, der gerade im oberen Stockwerk zu Ende ging, erstarrten vor Schreck. Genau wie es sein sollte. Alles muss gleichzeitig laufen, so der Polizist: Die flache Hand nach vorne, ein lauter Schrei und der Täter lasse im Idealfall erst mal vom Opfer ab.
"Zivilcourage zeigen" heißt ein neues Angebot der Volkshochschule. Die Auftaktveranstaltung kam bei den 17 Teilnehmern sehr positiv an. Die "Stopp!"-Attacke wurde mit den Kursteilnehmern trainiert. "Es geht um Zivilcourage und die wollen wir den Bürgern näherbringen", erklärte Inspektionsleiter, Polizeioberrat Klaus Sennert.
Seit dem Fall Dominik Brunner forciert die Bayerische Polizei ihre Präventionsarbeit. "Wir wollen, dass die Wegschauermentalität nicht mehr so ausgeprägt ist", unterstrich Sennert. "Jeder hat doch inzwischen ein Handy dabei. Ein Anruf bei der Polizei genügt schon. Gerade in unserem Bereich sind wir in kürzester Zeit vor Ort." Einfach 110 wählen.
"Gehen Sie aufrecht!"
Allerdings ging es bei diesem Lehrgang auch um Eigenverantwortung. Die Teilnehmer wurden geschult, wie man sich verhält, wenn jemand in Gefahr ist, wenn jemand von Dritten attackiert wird: Auf keinen Fall wegschauen. Täter suchten sich gerne leichte Opfer aus. Deshalb: "Gehen Sie aufrecht! Strahlen Sie Ruhe aus und senken Sie nicht den Blick."
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"Zivilcourage zeigen": Polizei gibt neuen Kurs an Volkshochschule - Schrei schreckt ab
Wie der Weidener Kontaktbeamte Wilhelm Fritz versicherte, sei man mit lauter Stimme im Vorteil. Das schrecke ab. Wer einem anderen helfe, handle in Notwehr. "Das ist alles rechtlich geregelt." Das Seminar sollte zwar kein Rechtskundeunterricht werden. Ein bisschen Recht musste aber doch sein.
Die Aspiranten lernten rechtliche Grundkenntnisse in Notwehr, Nothilfe, Hausrecht, unterlassener Hilfeleistung und Festnahme für Jedermann. So greife die Notwehrverordnung auch dann, wenn der abgewehrte Täter verletzt werde. Zwar entschieden schlussendlich Staatsanwalt und Richter. Und: Jeder Fall schaue vor Gericht anders aus. Aber: "Bei Nothilfe passiert Ihnen als Helfer in der Regel nichts."
Lernen aus Rollenspielen
Aufpassen müsse da schon eher derjenige, der bei unterlassener Hilfeleistung erwischt werde. Und werde man selber verletzt, dann greife das Nothelferschutzrecht der gesetzlichen Unfallversicherung. Fritz riet, den Täter zunächst mit den Augen zu fixieren. "Der erste Eindruck ist wichtig." Seien Gegenwehrmaßnahmen notwendig, dann sollte man die auch ergreifen. Denn ein rechtswidriger Angriff dürfe von sich selber und von einem anderen abgewendet werden.
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"Zivilcourage zeigen": Polizei gibt neuen Kurs an Volkshochschule - Schrei schreckt ab
Anhand von Rollenspielen lernten die Teilnehmer in zwei Gruppen, wie man sich bei einer Belästigung zur Wehr setzt. Dazu wurde eine Busfahrt simuliert, die von einem Betrunkenen gestört wurde. Hinterher wurden die Verhaltensmaßnahmen der "Mitfahrer" eingehend besprochen. Polizeichef Sennert unterrichtete derweil die andere Gruppe über Weidener Kriminalstatistiken. Der nächste Kurs ist bereits ausgebucht. Interessenten können sich an die Volkshochschule wenden.
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