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Von (wd)  |  09.02.2012  | Netzcode: 3133520  |  238 Mal gelesen.
Weiden

"Denn Europa hat keine Wahl"

Finanzexperte Prof. Dr. Wolfgang Gerke rechnet mit Geld druckenden Notenbanken ab

Weiden. (wd) Der Mittelstand komme mit der Raiffeisenbank Weiden in keine Kreditklemme, verspricht Vorstandssprecher Hermann Ott den über 900 Zuhörern in der Max-Reger-Halle. Beim seit zwei Wochen ausverkauften Kunden-Informationsabend rückt Prof. Dr. Wolfgang Gerke die Euro- und Finanzkrise in den Mittelpunkt. Der Präsident des Bayerischen Finanz-Zentrums vermag zu beruhigen. Den Euro wird's weiter geben. Auch, "weil Europa gar keine andere Wahl hat".

Nur weil man Gold anfassen, in den Tresor oder
Nur weil man Gold anfassen, in den Tresor oder seiner Frau um den Hals legen kann, ist es keine sichere Anlage. Sie haben spekuliert und sie hatten das Glück, dass der Goldpreis stieg.
Dr. Gerke warnt vor übertriebenen Erwartungen an die Banken. "Es fällt uns schwer, die Realitäten zu verstehen, wenn es um Finanzen geht." Deshalb beschreibt er den gängigen Anspruch an einen Anlageberater. "Er soll immer die Empfehlung für die beste Rendite haben. Wenn die Anlage schief geht, dann soll er dafür haften. Er muss das Geschäft verstehen, sonst kann ich die Fehler ja auch gleich selber machen."

Das alles sei Wunschdenken - "genau wie es kein Auto gibt, das 290 Sachen fährt, in 1,9 Sekunden auf 100 ist, im Durchschnitt 1,3 Liter Sprit verbraucht und nur 12 000 Euro kostet". Der Erfolg einer Anlage hänge oft auch von kleinen, unkalkulierbaren Marktveränderungen ab.

In Griechenland hingegen laufe bereits seit Jahrzehnten vieles falsch. Dort habe sich ein Fass ohne Boden geöffnet. Ohne Schuldenschnitt wäre der Euro gefährdet. "Man hätte schon vor zweieinhalb Jahren die 44 Milliarden Euro zurückhalten und sofort auf die alte Drachme umsteigen müssen. Aber man hat Angst gehabt, nicht nur um die Griechen, sondern um die europäischen Banken, die sich in Griechenland verspekuliert haben. Diese Zombie-Banken hält man am Leben, obwohl sie ihre Existenzberechtigung längst verspielt haben." Dies sei hochgefährlich, auch weil diese Politik von anderen maroden Ländern als Einstieg in eine Transfer-Union missverstanden werden könne. "Ich glaube diesen Plänen einer Fiskal-Union und der Schuldenbremse nicht mehr. Wir haben um Maastrich gekämpft. Das war ein Super-Plan. Nur hätte er auch eingehalten werden müssen."

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