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Von (uz)  |  05.02.2012  | Netzcode: 3129320  |  247 Mal gelesen.
Weiden

"Lernen soll Spaß machen"

SPD: Abgeordnete Margit Wild kritisiert bayerisches Schulsystem - Um Schwächere kümmern

Weiden. (uz) "In allen Tests ist Bayern Spitze. Unsere Schüler und Lehrer sind die besten." Und trotzdem forderte Landtagsabgeordnete Margit Wild (Regensburg) eine Neuorientierung in der Bildung, als sie auf Einladung der SPD-Stadtmitte im Alten Eichamt vor den Genossen sprach.

"Wir haben wirklich gute Lehrer, die sich auch am Wochenende reinknien, um ihren Schülern einen guten Unterricht zu bieten", konstatierte sie. Warum? "Weil sie Kinder mögen." Dann ging Wild, Jahrgang 1957, auf die veränderte Gesellschaft ein. "Wir waren früher ja lammfromm. Der Lehrer war eine Autoritätsperson." Heute seien die Schüler selbstbewusster. Es könne nicht sein, dass immer noch viele die Schule ohne Abschluss verließen und durchs Raster des bayerischen Schulsystems fielen. "Wir müssen uns um die Schwächeren kümmern."

Einer guten Bildungspolitik müsse immer eine gute Sozialpolitik vorangehen. "Beides darf nicht isoliert betrachtet werden." Man müsse auch die alleinerziehenden Mütter berücksichtigen. Die Abgeordnete mahnte mehr Gruppenarbeiten in den Klassenzimmern an.

Diese Gesellschaft sei kompliziert. Kinder müssten zur Teamfähigkeit erzogen werden. "Sie müssen kreativ sein." Schülern nur ein "Ja" oder "Nein" zu entlocken, sei kontraproduktiv. "Lernen soll Spaß machen." Nur: "Die Staatsregierung hält an alten Zöpfen fest." Vielmehr müsse man auch für die Förderschule werben. "Unser Bildungssystem steht vor riesigen Aufgaben." Denn trotz guter Ergebnisse bei den "PISA-Studien" stehe es um die Kinder mit Migrationshintergrund schlecht. Eine Aussage, die für lebhafte Diskussion sorgte, weil einige der Genossen als Ursache dafür eher mangelnden Integrationswillen ausmachten.

Kinder überfordert



Ortsvorsitzender Wolfgang Göldner glaubte, dass das bayerische Schulsystem Kinder überfordere. Er sprach von "Nachhilfe statt Vereinsleben". Stress sei kein guter Lehrer, sagte er. Bestätigt sah er sich in seiner Kritik durch eine Studie des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes. Diese fordere eine Schulreform in Bayern.

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