- Seite 1
- Seite 2
Weiden
"Da rollt eine Lawine auf uns zu"
Hartz IV-Problematik: die Herausforderung der Zukunft - Siegfried Bühner: Bei Kindern ansetzen
Weiden. (ps) Die Beschäftigungsentwicklung im Stadtgebiet Weiden ist "echt gut", sagt Siegfried Bühner. Das große Aber: "Die jahrzehntealte Sozialhilfeproblematik, heute Hartz IV. Da rollt eine Lawine auf uns zu." Dabei gebe es wirksame Gegenmaßnahmen. "Eine Ganztagsbetreuung für Kinder aus Hartz-IV-Familien wie im Arbeitskreis Asyl." Der ist so erfolgreich, dass sich der Chef der Arbeitsagentur Weiden nach seiner Pensionierung dort engagieren will.
Bis zu 200 Kinder - teils mit Migrationshintergrund - werden vom Arbeitskreis Asyl bei Hausaufgaben und Freizeitgestaltung betreut. "Da gibt es kein Kind, das nicht einen Schulabschluss macht."Teufelskreis durchbrechen
So ließe sich auch der Teufelskreis durchbrechen, dass Kinder von Hartz IV-Empfängern als Erwachsene ebenfalls zu Leistungsempfängern werden. Die von OB Kurt Seggewiß angestoßene Arbeitsmarktinitiative habe das Problem erkannt. "Vermutlich ab Herbst wird sich das Netzwerk mit der Frage befassen, was sich hier in den Schulen tun lässt." Anfang April - nach knapp 16 Jahren an der Spitze der Weidener Agentur - geht Siegfried Bühner offiziell in Pension. Davor steht noch Urlaub an. Deshalb führt ihn seine Abschiedstour schon jetzt durch verschiedene Rathäuser. Im NT-Interview sprach er freimütig über die Entwicklungen in der Agentur und auf dem Arbeitsmarkt in diesen 16 Jahren - und warf einen Blick in die Zukunft.
Und damit kommen wir wieder zurück zum Anfang: "Hartz-IV-Arbeitslosigkeit ist die große Herausforderung der Zukunft." Bühner belegt das anhand von Zahlen speziell für die Stadt Weiden. Denn sie ist in dieser Hinsicht besonders gebeutelt. Rund 1100 Weidener wurden im Januar vom Jobcenter betreut. "Das sind aber nur die arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger. Rechnet man alle in Bedarfsgemeinschaften lebenden Weidener, kommt man auf 5000." Besonders erschreckend: "29 Prozent aller Ein- bis Fünfjährigen leben hier in Hartz-IV-Familien." Die Kinder seien deshalb der wichtigste Ansatzpunkt.
Tagesausgabe als E-Paper kaufen und mobil bezahlen
Sie können seit März 2012 auch eine einzelne Ausgabe unserer Zeitung im E-Paper-Format kaufen. Die Bezahlung erfolgt direkt über Ihr Mobiltelefon, eine gesonderte Anmeldung ist nicht erforderlich.
Um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie das E-Paper aussieht, können Sie hier klicken und ein kostenloses Ansichtsexemplar anschauen.
- Seite 1
- Seite 2








