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Von (mte)  |  02.02.2012  | Netzcode: 3125818  |  391 Mal gelesen.
Weiden

"Halten Sie zusammen"

TV-Moderatorin referiert zum "Image der Landwirtschaft in den Medien" - und ist nicht zimperlich

Weiden. (mte) Die Stimmung beim Landfrauentag 2012 droht zu kippen. Gleich nach der Begrüßung durch Kreisbäuerin Christa Kick und dem Geburtstagsständchen, das knapp 400 Landfrauen und Ehrengäste am Mittwoch für Bezirkstagsvizepräsidenten und dritten Bürgermeister, Lothar Höher, singen. Denn dann redet sich der Kreisobmann des Bauernverbandes, Erich Schieder, in Rage. Offen missbilligt er einen "extremen Beitrag" über Ferkelkastration in der TV-Sendung, deren Moderatorin gleich den Festvortrag in der Max-Reger-Halle halten soll.

Christine Schneider aber bleibt gelassen. Selbstbewusst tritt die Moderatorin von "Unser Land" im Bayerischen Fernsehen im feschen Janker ans Rednerpult. Sie habe sich über die Einladung gefreut, beginnt sie ihre 60-minütige Ansprache zum Thema "Das Image der Landwirtschaft in den Medien". "Noch mehr freue ich mich aber, dass Sie mich nach der letzten Sendung nicht wieder ausgeladen haben." Einige haben danach verlangt, habe sie gehört.

Vielleicht hätten sie auf diese Forderung eingehen sollen, mag sich der ein oder andere Verantwortliche des Bauernverbandes denken, als Christine Schneider beginnt, vom Image des Landwirts zu erzählen. Jammern würde der immerzu, dass er zu wenig verdient. Zugleich besitze er aber riesige Stallungen und schöne Häuser, fahre bevorzugt Mercedes mit Anhängerkupplung. Trotzdem fänden viele Bauern keine Frau und suchten die dann verzweifelt im Fernsehen, wogegen die Bäuerinnen gut kochen und im Kirchenchor singen würden.

Christine Schneider provoziert. Die Landfrauen aber lächeln. Erst souverän - später entspannt. Erzählt die Moderatorin doch von Umfrageergebnissen, wonach dem Bauern eine ähnlich hohe gesellschaftliche Bedeutung und Vertrauenswürdigkeit zuerkannt wird wie einem Arzt. Ganz im Gegenteil zu Journalisten.

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