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Von (mte)  |  28.01.2012  | Netzcode: 3120794  |  593 Mal gelesen.
Weiden

Auch "rechtes Auge" öffnen

Gedenken an NS-Opfer: Vizepräsident des Zentralrats der Juden kritisiert Sicherheitsbehörden

Weiden. (mte) Eindrucksvoll erinnerten Schüler beim Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus an das schrecklichste Kapitel deutscher Geschichte. Sie begingen am Freitag mit rund 250 Gästen den zentralen Festakt Bayerns im Elly-Heuss-Gymnasium Weiden.

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"Wir alle stehen in der Schuld, damit Erinnerung lebendig bleibt", sagte Landtagspräsidentin Barbara Stamm beim zentralen Festakt für die Opfer des Nationalsozialismus in Bayern. Erstmals fand dieser in einer Schule statt, dem Elly-Heuss-Gymnasium in Weiden. Bild: Huber
Diese sahen, wie engagiert, kritisch, mutig und einfühlsam sich die Schüler aus Weiden vom Elly-Heuss-Gymnasium und von der Staatlichen Wirtschaftsschule, aus dem Neutraublinger Gymnasium und der St.-Wolfgang-Mittelschule Regensburg in Projektarbeiten mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandergesetzt hatten. Die Präsentationen rührten Jack Terry, den Sprecher der Überlebenden des Konzentrationslagers Flossenbürg, sogar zu Tränen.

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Dr. Josef Schuster, lobte die Projektarbeit der Schüler. Aber es gebe immer Menschen, die man trotz aller Bemühungen nicht erreichen kann, stellte er fest. Diskriminierungen und Angriffen müsse Einhalt geboten werden. So bedrohe die gesamte rechte Szene unsere Gesellschaft. Besonders scharf kritisierte Schuster, dass Auftritte von Rechten oft nicht verhindert werden können, weil Gerichte sie im letzten Moment doch noch erlauben.

Mit Blick auf die Vorfälle rund um die sogenannte Zwickauer Zelle forderte Schuster von den Sicherheitsbehörden, auch das "rechte Auge" zu öffnen. "Mit beiden Augen sieht man bekanntlich besser", sagte er weiter. So könne am Ende die Arbeit des Staates beim Kampf gegen Rechtsextremismus wesentlich erfolgreicher sein.

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