Von Thomas Kosarew |
28.01.2012
| Netzcode: 3120510 | 453 Mal gelesen.
Amberg
Stoff für Kino oder Fernsehen
Hans Mühlbergers Erzählung "Stenz von der Au" soll verfilmt werden - Mit 67 Jahren Erfolgsautor
In nur vier Wochen entstand das Buch "Der Stenz von der Au". Laut Herausgeber Alexander Metz verkaufte sich die Geschichte einer Münchener Familie bisher mehr als 10 000 Mal. Der Münchener will nun Verhandlungen mit bekannten Regisseuren führen, um das Werk des Ambergers Hans Mühlberger verfilmen zu können. Bild: Steinbacher
Wie immer ist Ferdinand Winter spät dran. Der Journalist will einen Bericht über die Schreibwerkstatt einer Münchener Senioren-Residenz verfassen. Während er auf den Heimleiter wartet, der einen noch engeren Terminplan hat, fällt sein Blick auf einen mürrisch dreinblickenden und von tiefen Falten gezeichneten Rollstuhlfahrer, der sich mit kräftigen Schüben nähert. Die Männer kommen ins Gespräch. Eine Aussage des Alten verblüfft den Reporter: "Ich war mal a Zuhälter. Und einen Puff hab' ich auch g'habt."
Oskar Oberleitner, so heißt der Greis, ist die Hauptfigur in dem Buch "Der Stenz von der Au", das der 67 Jahre alte Amberger Hans Mühlberger geschrieben hat. Den Ossi, der dem Journalisten nach und nach seine Lebensgeschichte erzählt, gab es tatsächlich, sagt der Autor, der sein Werk in nur vier Wochen vollendet hat. Im September geschrieben, ist das Buch seit Herbst auf dem Markt - und über 10 000 Mal verkauft.
Karriere im Rotlichtmilieu
"Ich weiß nicht, war die Zeit schuld oder war ich selber schuld an meinem Leben?" beendet Oskar Oberleitner seine Lebensbeichte. 1930 geboren, erlebt Ossi als Kind der Au, einem Arbeiterviertel Münchens, das Dritte Reich, die Bombennächte und den Schwarzmarkt. Seine Kindheit endet abrupt, als sein Vater von den Nazis ins KZ Dachau gesteckt wird. Ossi versorgt nun Familie und Freunde und gerät dabei mit dem Gesetz in Konflikt. Nicht zum ersten und letzten Mal. Wieder in Freiheit, startet er mit Hilfe von Manni, seinem besten Freund, eine Karriere im Münchener Rotlichtmilieu, was ihn mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt zu einem reichen Mann macht.
Von Thomas Kosarew |
28.01.2012
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Amberg
Stoff für Kino oder Fernsehen
Hans Mühlbergers Erzählung "Stenz von der Au" soll verfilmt werden - Mit 67 Jahren Erfolgsautor
Warum er mit 67 Jahren zum Buch-Autor wurde? Hans Mühlberger hat darauf eine einfache Antwort parat: "Ich wollte was hinterlassen, wenn ich mal nicht mehr da bin." Auf die Idee, den "Stenz von der Au" zu schreiben, brachte ihn aber ein anderer. Alexander Metz, Münchener Regisseur und Coproduzent des 2010 erschienenen Films "Suicide Club". Metz und Mühlberger sind seit Jahren befreundet. Bei der Berlinale kamen die beiden im Vorjahr ins Gespräch. Mühlberger erzählte von seiner Idee, die Geschichte von Ossi, die über Jahre hinweg beim Gassigehen mit dem Hund im Kopf entstanden war, zu Papier zu bringen. Metz bestätigte den 67-Jährigen in seinem Vorhaben, ließ sich Textproben schicken und antwortete per Mail: "Genial, schreib' weiter!" Mühlberger ließ sich nicht zweimal bitten, setzte sich jeden Abend an den Computer und meldete nach vier Wochen Vollzug.
Produzent Metz hilft
"Der Stenz von der Au" heißt das 251 Seiten starke Werk, die Sprache ist eher einfach gehalten. "Das war Absicht", sagt Autor Hans Mühlberger, schließlich sei Hauptfigur Oskar Oberleitner ein simpler Mensch gewesen, "kein gebildeter Mann". Co-Autor Metz bestätigt: "Der hat nicht mal einen Schulabschluss gehabt." Metz, der in München lebt und arbeitet, hat das Potenzial des Buches erkannt und arbeitet daran, dass "Der Stenz von der Au" eines Tages sogar verfilmt wird - fürs Kino oder das Fernsehen "Ich kann mir auch einen Zweiteiler sehr gut vorstellen." Metz, der den Film "Suicide Club" mitproduziert hat, will erst sein aktuelles Filmvorhaben abschließen und sich dann auf die Suche nach einem Regisseur machen: "Ich werde definitiv Verhandlungen führen."
Am liebsten übrigens mit Marcus H. Rosenmüller, dem Regisseur von "Wer früher stirbt ist länger tot".
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