Von Susanne Wolke |
26.01.2012
| Netzcode: 3118431 | 210 Mal gelesen.
Regensburg
Suppendosen und Pin-up-Girls
Zurück zu den Wurzeln: Das Kunstkabinett in Regensburg zeigt mal wieder Pop-Art
Mädchendarstellungen sind ein Schwerpunkt der Pop-Art-Ausstellung im Kunstkabinett. Hier Tom Wesselmanns "Lulu". Bild: Susanne Wolke
Es waren die 1960er Jahre. Pop war ein Lebensgefühl und die Suppendose eine Revolution. Zumindest als Kunstwerk. Heute ist die von Andy Warhol verewigte "Campbell's" längst ein Klassiker. Ebenso wie all die anderen Alltagsgegenstände, die damals zum Kunstobjekt erhoben wurden. Die Pop-Art ist Geschichte.
Warhol und Lichtenstein
Für das Kunstkabinett in Regensburg gilt dies auf besondere Weise. Seit ihrer Gründung zeigt die Galerie immer wieder Pop-Art. Angefangen hat es vor rund 20 Jahren mit Andy Warhol.
Und auch anlässlich der aktuellen Ausstellung hängen wieder Papierarbeiten des populären Künstlers in den Räumen in der Unteren Bachgasse. "Pop-Art", so der schlichte und dabei alles sagende Titel der Schau im Kunstkabinett. Zu sehen sind neben Andy Warhols Suppendose auch Lithographien und Siebdrucke von Alex Katz, Roy Lichtenstein, Julian Opie, Mel Ramos und Tom Wesselmann.
Abgesehen von den Arbeiten von Julian Opie, der zur Geburtsstunde der Pop-Art selbst erst das Licht der Welt erblickte, handelt es sich dabei durchgehend um Klassiker. Um Künstler, die vorwiegend in New York wirkten und dort Marcel Duchamp und seinem legendären Pissoir nacheiferten, dem "Urgroßvater der Pop-Art", wie ihn Dr. Herbert Schneidler bei seiner Einführungsrede im Kunstkabinett bezeichnete.
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Regensburg
Suppendosen und Pin-up-Girls
Zurück zu den Wurzeln: Das Kunstkabinett in Regensburg zeigt mal wieder Pop-Art
"Es fällt auf, dass bis auf Julian Opie alle vertretenen Künstler ursprünglich aus dem abstrakten Expressionismus kamen", so der ehemalige Leiter der Städtischen Galerie "Leerer Beutel". Im Rückblick: Als die Pop-Art alle vorherrschenden Regeln brach, war das Publikum gerade an gegenstandslose Arbeiten gewöhnt. Wie konnte man also im Jahrzehnt der Revolutionen besser aufbegehren als durch die realistische Darstellung von Alltagsbanalitäten?
"American Girls"
Die Pop-Art-Werke, die derzeit im Kunstkabinett zu sehen sind, haben auch noch einen anderen Schwerpunkt: "American Girls" tummeln sich nicht nur auf den in Pixel aufgelösten Darstellungen Roy Lichtensteins, sondern räkeln sich auch wenig bekleidet auf den Bildern Mel Ramos'. Der aus Kalifornien stammende Künstler wolle dabei gar nicht pornografisch sein, meint Herbert Schneidler mit Blick auf Ramos' Pin-up-Girls. Er muss es ja wissen.
Die Ausstellung "Pop-Art" ist bis zum 17. März im Kunstkabinett, Untere Bachgasse 7, in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 und Samstag von 10 bis 14 Uhr. Weitere Informationen unter Telefon 0941/57856.
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