Von Susanne Wolke |
21.12.2011
| Netzcode: 3081596 | 367 Mal gelesen.
Regensburg
Ein Paradies für Bücherfreunde
Ausstellung ruft die große Zeit der Regensburger Bibliotheken in Erinnerung
Antike Bücher und Drucke erinnern in einer Ausstellung an Regensburgs große Zeit der Bibliotheken. Bild: Wolke
Es gab nur wenige Dinge, die der spätere König Ludwig I. von Bayern an Regensburg erwähnenswert fand - die örtliche Stadtbibliothek gehörte dazu. Dass dies heute überraschend klingt, gehört zum Schicksal der einst so kostbaren Büchersammlungen der ehemaligen Reichsstadt. Kaum jemandem ist heute noch bewusst, dass Regensburg über lange Zeit hinweg als Hochburg der Bibliotheken galt.
Früher ein heißer Tipp
An einem Ort jedoch wird das bibliophile Erbe Regensburgs in Ehren gehalten. Auch im wörtlichen Sinne: Die Staatliche Bibliothek in der Gesandtenstraße bewahrt nicht nur tausende alter Bücher und Drucke. Auch die Erinnerung an die Zeit, als Regensburg als heißer Tipp für literarisch Interessierte galt, wird dort hochgehalten.
Eine Ausstellung soll nun verstärkt auf "diesen bedeutenden Teil Regensburger Identität" aufmerksam machen. "Die Regensburger Bibliothekslandschaft am Ende des Alten Reiches" lautet der Titel der Schau, die einen kleinen, aber tiefgehenden Einblick in diesen glorreichen Aspekt Regensburger Vergangenheit gibt. Bücher, Karten und der älteste bekannte Bibliothekskatalog ergänzen umfangreiche Texttafeln über das einst blühende Bibliothekswesen.
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Übriggeblieben ist von der Pracht vergleichsweise wenig: Als die ehemals freie Reichsstadt Regensburg 1810 dem Königreich Bayern zufiel, gelangte der größte Teil der dort bewahrten Handschriften und Drucke nach München. Der Eindruck, den die Regensburger Büchersammlungen auf Ludwig gemacht hatten, erwies sich als allzu bleibend.
Die in Regensburg verbliebenen Reste des einst so herrlichen Bücherbestandes gingen großteils in die Königliche Kreisbibliothek und schließlich in die Staatliche Bibliothek Regensburg über. Es war das Ende einer Büchersammlung, über die der Münchner Philologe Prof. Dr. Bernhard Bischoff urteilte: "Aus keiner anderen Stätte des mittelalterlichen Deutschland - nicht aus Köln, nicht aus Bamberg oder Mainz - ist ein so bedeutendes Büchererbe auf uns gekommen wie aus Regensburg."Gemeint ist eine Anzahl von Bibliotheken, von denen einst jede für sich eine bedeutende Stätte der Wissenschaft und Bildung war.
Verlorene Schätze
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Regensburg
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Ausstellung ruft die große Zeit der Regensburger Bibliotheken in Erinnerung
Die Bibliothek des Gymnasiums Poeticum etwa umfasste eine umfangreiche Abteilung mit Schriften Martin Luthers, Erasmus von Rotterdams und Philipp Melanchthons sowie in bemerkenswerter Vollständigkeit die Schriftsteller des römischen und griechischen Altertums. Ende des 18. Jahrhunderts fand die Sammlung Einzug in die Bibliothek der Stadt Regensburg - und wanderte von da aus bald darauf nach München.
Das gleiche Schicksal erlitt der Codex aureus, das Prachtstück der bedeutendsten Regensburger Bibliothek: der Büchersammlung des Reichsstifts St. Emmeram. Nicht nur in der repräsentativen Saalbibliothek, sondern auch in den Zellen der Mönche türmten sich an diesem Ort der Wissenschaft die Schriften.
Die Säkularisation setzte dem ein Ende. Die Regensburger Bibliothekenlandschaft am Ende des Alten Reiches suchte ihresgleichen, so viel wird beim Betrachten der gleichnamigen Ausstellung klar.
Zumindest ansatzweise soll die einstige Pracht nun erneut aufleben: Ein Projekt der staatlichen Bibliotheken in Regensburg und München versucht derzeit, die Handschriften der Sammlung zumindest virtuell wieder zu vereinigen.
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Die Ausstellung "Die Regensburger Bibliothekslandschaft am Ende des Alten Reiches" ist bis zum 31. Januar in der Staatlichen Bibliothek Regensburg (Gesandtenstraße 13) zu sehen. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr, Samstag von 14 bis 18 Uhr.
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