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Von Andrea Prölß  |  01.12.2011  | Netzcode: 3057473  |  199 Mal gelesen.
Regensburg

Gold in den Händen und in der Kehle

Gábor Boldoczki (Trompete), Iwona Sobotka (Sopran) und das Franz-Liszt-Kammerorchester in Regensburg

Ganz leise schickt sie ihr "Ah, mio cor!" in die Weiten des Regensburger Audimax. Herrlich aufblühend und so schmerzlich schön, dass es fast den Atem stocken und für kurze Zeit vergessen ließ, wessen wegen man denn gekommen war. Eigentlich wegen des Startrompeters Gabor Boldoczki. So stand es in dicken Lettern auf den Odeon-Plakaten. Im kleiner Gedruckten: Das Franz Liszt Kammerorchester und Sopranistin Iwona Sobotka.

Und mit dieser jungen Dame aus Polen hat sich der ungarische Trompeter echte Konkurrenz auf die Bühne geholt. Andererseits, ein Künstler wie Gábor Boldoczki kann es sich leisten. Unangefochten sein Ruf als Ausnahmekünstler in jeglicher Hinsicht. Da wäre zum einen sein Trompetenspiel, unglaublich weich und geschmeidig, das den schneidigen Repräsentationscharakter seines Instruments so ganz und gar nicht bedient. Ein Ton, so warm und biegsam, dass er schon fast Oboencharakter hat.

Klar und beweglich



Das bewies er in Regensburg mit barocken Concerti von Torelli (Trompetenkonzert D-Dur) und Händel (Suite D-Dur). Einfühlsam in den Adagio-Kantilenen, in den virtuosen Ecksätzen klar und beweglich bis in die kleinste Koloraturen-Sechzehntel. Und Boldoczki ist keiner, der einsam am Bühnenrand den Solisten gibt. Aufmerksam und im kommunikativen Miteinander musiziert er im Kreise seiner Musiker, dem Budapester Kammerorchester "Franz Liszt". Das hatte zuvor mit Bachs Brandenburgischem Konzert Nr.3 G-Dur eine blitzsaubere Visitenkarte abgegeben hat und ließ nach der Pause mit der wirklich selten zu hörenden Sinfonie F-Dur von Bach-Sohn Wilhelm Friedemann aufhorchen. Musik des Übergangs hin zum empfindsamen Stil, die mit Tempoeinbrüchen und immer wieder herb aufbrausendem Tonfall überrascht.

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