Von Susanne Wolke |
22.11.2011
| Netzcode: 3046647 | 282 Mal gelesen.
Regensburg
"Massiver Beitrag zur zeitgenössischen Kunst"
"Drifting Edges" im Regensburger Kunst- und Gewerbeverein zeigt aktuelle Positionen der Bildhauerei
Ein Amokläufer im Museum? Der Eindruck konnte fast entstehen am Freitag im Kunst- und Gewerbeverein in Regensburg. Denn dass während einer Vernissage ein Mann mit dem Hackbeil auf ein Kunstwerk einschlägt, steht nicht auf der Tagesordnung. Zumindest nicht in der immer wieder als solche kritisierten Kunstprovinz Regensburg.
Diese allerdings aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken, ist Anliegenden des Kurators Reiner R. Schmidt. Und der zuckte nicht mit der Wimper angesichts der Zertrümmerung der Skulptur "Die Wahl der Mittel" durch ihren Schöpfer Christian Schnurer höchstpersönlich.
Exquisite Auswahl
"Drifting Edges": Mit einer hochaktuellen Ausstellung zum Thema Positionen der zeitgenössischen Bildhauerei präsentiert der Kunst- und Gewerbeverein diesmal eine Schau, die sich auch über die Oberpfalz hinaus sehen lassen kann. Die Kuratoren Reiner R. Schmidt, der auch im Neuen Kunstverein für frischen Wind im mittelalterlichen Wunder sorgt, und Notburga Karl, wohl die regionale Künstlerin mit dem größten internationalen Potenzial, haben dafür eine exquisite Auswahl getroffen.
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Regensburg
"Massiver Beitrag zur zeitgenössischen Kunst"
"Drifting Edges" im Regensburger Kunst- und Gewerbeverein zeigt aktuelle Positionen der Bildhauerei
Aus dem In- und Ausland stammen die 15 Künstler, die im Kunst- und Gewerbeverein einen grundlegend neuen Umgang mit Form und Raum und zudem das gewandelte Selbstverständnis der heutigen Künstler vor Augen führen. Zu sehen sind etwa ausgedruckte Internetseiten des Düsseldorfers Thomas Trinkl, der die neue Auffassung des Raum auch auf das Netz überträgt. Daneben fast schon klassisch wirken die Lichtinstallation des Münchners Carlos de Abreu oder die Videoarbeiten von Hüseyin Karakaya aus Istanbul.
"Die Ausstellung ist ein massiver Diskussionsbeitrag zu Positionen zeitgenössischen Kunst." Reiner R. Schmidt ahnt offenbar schon, dass bald nicht mehr nur der Künstler Amok laufen wird, sondern auch manch ein Besucher.
Erfreulicher Gegenakzent
Und genau das ist sein Ziel. "Leider setzen sich in Regensburg nur noch wenige Galerien und Kunstvereine mit zeitgenössischen Positionen der Kunst auseinander", kritisierte der Kulturschaffende die städtische Ausstellungslandschaft.
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Regensburg
"Massiver Beitrag zur zeitgenössischen Kunst"
"Drifting Edges" im Regensburger Kunst- und Gewerbeverein zeigt aktuelle Positionen der Bildhauerei
Um so erfreulicher ist es daher, dass der Kunst- und Gewerbeverein einen Gegenakzent setzt. Man mag von zertrümmerten Glasscheiben halten, was man will. Die Kunst von heute zumindest wahrzunehmen soll auch dem Publikum in Regensburg vergönnt sein.
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"Drifting Edges. Positionen der zeitgenössischen Bildhauerei" ist bis 8. Januar 2012 in den Räumen des Kunst- und Gewerbevereins (Ludwigstraße 6) in Regensburg zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag von 10 bis 18 Uhr. Zur Ausstellung ist eine Publikation mit Künstler-Editionen.
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