Von (wd) |
26.05.2011
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Weiden
Hertie nur umgeformt und angepasst
Überraschende Details beim Ortstermin mit der Bürgerliste zum Sonae-Sierra-Einkaufscenter
Weiden. (wd) Es klingt despektierlich: "Wie kann man diese Kiste in die Shopping-Mall einbeziehen", fragt Baudezernent Hansjörg Bohm in die Runde. Er spricht vom Witt-Verkaufshaus, das immerhin unter Denkmalschutz steht - und es ist nicht die einzige Frage, die beim "Ortstermin", zu dem die Bürgerliste am Mittwochabend einlud, unbeantwortet bleibt. Immerhin: Die gut 100 Gäste genießen den fast zweistündigen Bummel über das Areal des künftigen Einkaufszentrums von Sonae Sierra.
Bürgerlisten-Vorsitzender Reinhard Meier begrüßt die Teilnehmer, darunter alle Stadträte des Vereins, sowie Stadtrat Karl-Heinz Schell, die Spitze der "BI Weiden - unsere Stadt", viele Architekten und Anrainer sowie ein erstaunlich junges Publikum. Stadtrat Stefan Rank erweist sich als fachkundiger Führer, der an den verschiedenen Stationen (Josef-Witt-Platz, City-Center, Parkplatz Witt-Kaufhaus, Müller-Innenhof, Mohren- und Sedanstraße) auch die Diskussion moderiert.
Überraschend berichtet Bohm, dass die Stadt die Mohrenstraße "nicht als heiligen Raum" sehe. Ebenso neu: Sonae Sierra "liebäugelt" damit, das Hertie-Gebäude zu erhalten, während die Anwesen westlich der Ringstraße "grundsätzlich angefasst" werden. Stefan Brunner, Sprecher der Eigentümer-Gemeinschaft des Hertie-Gebäudes, bestätigt, das Haus werde bis auf Höhe Rolltreppe "angepasst und umgeformt". Als "unantastbar", so Bohm, gelte derzeit das Dostler-Haus. Die Verkehrsführung, etwa in der Sedanstraße, ist umstritten. Nicht nur Rank ist gegen eine reine Fußgängerzone. Zumindest eine Einbahnstraße zum ZOB müsse möglich sein. Bohm verspricht eine intensive Diskussion um den innerstädtischen Verkehr. Der Gutachter sei instruiert. Ein weiterer "Workshop Verkehr" stehe an.
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In Sackgasse und Hinterhof
Trotz vieler kritischer Nachfragen, wie denn dieses oder jenes geplant sei, lässt Bohm nicht an seiner Überzeugung rütteln: Das Shopping-Center ist der große Wurf. Sie öffnet "Sackgassen", schafft die Verbindung in zweiter Reihe der Max-Reger-Straße, quasi vom Josef-Witt-Platz über Ring- und Mohrenstraße bis zur Postgasse. Hinterhof-Lagen lösen sich auf. Vor allem aber: Die Einkaufsmeile sei ein ganz anderes Einzelhandelsmodell - weitaus moderner und attraktiver als ein Kaufhaus.
Auf eine Diskussion über Flächen, Sortimente, Besatz, Parkplatz-Situation, Abstandsflächen, mögliche Wohnnutzung, die Sicherung der Fahrtrechte der Häuser in der Max-Reger-Straße, Ausgleich der unterschiedlichen Niveaus der Häuser bei der Anbindung der bestehenden Geschäftsflächen an das Center usw. lässt sich Bohm nicht ein. Er spricht vielmehr von Baustellen, in die bereits "Hirnschmalz" investiert werde. "Wir sind noch in der Plastilin-Phase. Alles ist weich. Wir müssen zum Beispiel über zusätzliche Funktionen des Projekts, über stadtzentrales Wohnen, reden. All das speisen wir bei Sonae Sierra ein." Auch Rank betont: "Vieles ist noch Planspiel. Wir haben keine konkreten Eckdaten, die eine sichere Beurteilung zulassen."
Echter Wettbewerb
Den Anliegern, die ihre Geschäfte zum Zentrum "durchstecken" wollen, empfiehlt Bohm, den direkten Kontakt mit Sonae Sierra zu suchen. "Kaufleute in 1a-Lage sollten Unternehmer sein. Also unternehmen Sie was." Und er bestätigt, dass "ein echter Architekten-Wettbewerb - nicht nur für die Fassaden" komme. "Wir machen keine Tapetenwettbewerbe."
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