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Weiden
Heißer Wunsch nach guter Lösung
Investor verspricht "Erlebnisort" - Rund 500 Besucher bei Bürgerversammlung - Kritik an Größe
Weiden. (ca) Schwülwarm ist es. Donnerstag, 19 Uhr, Schlör-Saal. 400 Weidener und "Umland-Weidener" sitzen schon drin. 100 wollen noch rein. Sie müssen stehen. Aber das lohnt sich. Auf dem Podium sitzt Dr. Holger Pump-Uhlmann, kritischer Fachmann für innerstädtische Einkaufscenter. Er hält die neuen Weidener Pläne für gut. Gespannt hört das Publikum auch Thomas Binder zu. Der Deutschland-Chef von "Sonae Sierra" ist ein Freund der klaren Worte.
"Wenn wir hier 100 oder 115 Millionen Euro investieren, dann gehen Sie mal davon aus, dass wir das nicht leichtfertig tun." "Sonae Sierra" hat nach einer Verträglichkeitsprüfung die Größe von 18 000 auf 16 000 (inklusive die 6000 von Hertie) eingedampft. Ohnehin wichtiger sei eine geschickte Sortimentsauswahl. Neuer Umsatz statt Umverteilung. Binder verspricht einen "Erlebnisort". In anderen "Sonae Sierra"-Centern gibt es Kino, Bowling, Kulturtreffpunkt, auch eine Riesen-Modellbahn."Wir sterben alle"
"Es muss etwas passieren", appelliert OB Kurt Seggewiß: "So kann es nicht bleiben." Baudezernent Hansjörg Bohm stellt den städtebaulich großen Wurf vor: Das Quartier von Dänner bis Witt wird "feinmaschig" neu gestaltet - wie es schon historisch vorgesehen war. Bohm: "Ich kann mir die Innenstadt breiter, bunter und vielfältiger vorstellen."
Was aber will die breite Masse der Bürger? Das bleibt nach drei Stunden Schwitzen im Schlör-Saal irgendwie unbeantwortet. Zwar gehen zwölf Wortmeldungen ein. Aber nur altbekannte Positionen: etwa von Werner Leupold, Martin Stangl, Bert Roscher, Simone Schaller. Dr. Herbert Klein von der BI "Unsere Stadt" beharrt auf einer Diskussion über die Größe. Und er fragt: "Woher sollen 83 Millionen Euro Umsatz kommen?" Tobias Sonna sieht die Altstadt abgehängt und fordert städtebauliche Gegengewichte. Peter Eichleitner warnt vor der demografischen Entwicklung. Seggewiß winkt - nach ausdauernder Moderation - entnervt ab: "Wir sterben alle, und dann machen wir die Lichter aus." Mit ihm warnt Experte Pump-Uhlmann vor Untätigkeit: "Das Schlimmste, was Sie tun können, ist nichts zu tun, so dass sich jüngere Leute abwenden."
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