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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  29.04.2011  | Netzcode: 2778777  |  547 Mal gelesen.
Weiden

"Wundern kann ich mich nur beim Wandern"

Der Schriftsteller und leidenschaftliche Fußgänger Bernhard Setzwein liest bei den Weidener Literaturtagen aus "Das blaue Tagwerk"

Er ist ein "Prophet", auf den man im eigenen Land hört: Bernhard Setzwein, geborener Münchner, der seit mehr als 20 Jahren in Waldmünchen lebt und arbeitet. Bei den 27. Weidener Literaturtagen stellt Setzwein am 10. Mai um 20 Uhr im Vereinsheim "Almrausch" sein Journal "Das blaue Tagwerk - Fast nichts 1997 bis 2009" (Edition Lichtung) vor. Die Kulturredaktion führte mit ihm vorab ein Interview.

Blau steht oft für eine gewisse Melancholie oder Traurigkeit. Was bedeutet Blau für Sie?

Bernhard Setzwein: Blau ist für mich ganz klar die Farbe der Poesie. Und das nicht nur wegen der "Blauen Blume" der Romantiker. Poesie ist eines der letzten Refugien, in denen man noch blaumachen darf, unnütz sein, dumme Fragen stellen, tagträumen und was einem sonst Unproduktives einfallen mag. Von alldem steckt hoffentlich etwas drin in meinem Tagebuch, das übrigens eine strenge Überprüfung durchlaufen hat: Das Ursprungsmaterial war dreimal so viel. Im Buch geht's Schlag auf Schlag von einem Traumnotat zu einer Reisenotiz, von einer Naturbeschreibung zu einem philosophischen Gedankenspiel.

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