Von der "Kegelstatt" bis zum "Nachtgesang": Schröder-Klaviertrio spielt wohlklingende Raritäten im Fürstensaal
Die Konkurrenz war am Sonntag wohl einfach zu groß. Die Konkurrenz durch den nach einem kalten Schulterzucken zurückkehrenden Frühling. Darum war es nur ein kleiner Kreis, der sich bei der Veranstaltung des Kulturforums im Fürstensaal zum Konzert des Tirschenreuther Klaviertrios Schröder eingefunden hatte. Für alle, die da waren, sollte es ein wirklich bemerkenswerter und eindrucksvoller Abend werden. Mit einem Hit der Klassikcharts, W. A. Mozarts "Kegelstatt-Trio", eröffnete das Trio mit seinem charakteristisch hellen und leichten Klang den Abend: Konzertpianist Jakob Schröder und seine Söhne Jakob Johannes "Sascha" (Viola) und der jüngere Jonas (Violine), die in Nürnberg, beziehungsweise in München studieren und sich schon verschiedentlich Meriten verdienten. Doch beim braven Mozart konnten die Schröders gar nicht zeigen, was sie drauf haben an Griffsicherheit, an grenzenloser Geläufigkeit, an sinnvoller Einigkeit mit Kopf, Herz und Händen.
Seltenes von Bruch
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Von der "Kegelstatt" bis zum "Nachtgesang": Schröder-Klaviertrio spielt wohlklingende Raritäten im Fürstensaal
Das gelang dann schon besser, bei Ignaz Lachners bajuwarisch-herzhaftem Trio Nr. 1, das vom Ensemble mit energischer Angriffslust angegangen wurde. In vier Sätzen entfaltete sich hier musikalisch einfallsreich ein Kosmos an Glück und Lebensfreude, der final in mozartesker Verspieltheit endete.
Der Kölner Komponist Max Bruch (1920) ist durch sein inflationär gespieltes erstes Violinkonzert in aller Munde - ansonsten kennt man eigentlich nichts von ihm. Völlig zu Unrecht, wie das Schröder-Trio bei den "Acht Stücken" op. 83 für die Prinzessin zu Wied aus dem Jahr 1910 deutlich machte.
Die abwechslungsreich gefassten Charakterstücke scheinen nur einem Ziel zu dienen: Sie sollen den 5. und 6. Satz, die traurig-sehnsuchtsvolle "Rumänische Melodie" - die von der Bratsche weit und breit gesungen wurde -, und den verträumten "Nachtgesang" mit lieblichen Geigen-Vibrati umrahmen. Und Jakob Schröder senior durfte hier bei brillanten Läufen die ganze Tastatur ausleuchten.
Die von schneller slawischer Rhythmik geprägte Zugabe des "russischen Brahms" Paul Juon (1872-1940), seine "Humoreske" aus "Vier Phantasiestücken", übertraf alles Vorhergehende sogar noch an Feuer und Verve. Das Schröder-Klaviertrio: bitte öfter - und mit mehr verdienter Resonanz.
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