Von (ps) |
15.01.2011
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Weiden
Sahne schlagen mit dem Rollator
Größtes Ärgernis für die Senioren: Pflaster in der Innenstadt bremst auch Rollstuhlfahrer aus
Weiden. (ps) Eigentlich wäre Weiden durchaus eine lebens- und liebenswerte Stadt. Wenn, ja wenn da nicht einige Tüpfelchen auf den I's fehlen würden. Das größte Manko, nach Ansicht vieler Senioren: Das Pflaster in der Innenstadt. "Des is a Katastrophe", klagte Anneliese Willfurth: "Wenn's mit dem Rollator durch die Altstadt fahren und ham a Sahne drin, die is g'schlag'n."
Trotz der ernsthaften Thematik gab es da viele Lacher. Ebenso wie beim Beitrag von Josef Forster, Rollstuhlfahrer und Betreuer der Behinderten-Aktivgruppe der Malteser: "Wenn du mit dem Rollstuhl durch die Altstadt fährst, kommst dir vor wie in der Nähmaschine."
Der Stadtrat ist dran
Das Pflaster in der Innenstadt rüttelte viele Teilnehmer auf, die sich zur Diskussionsrunde "Weiden - eine l(i)ebenswerte Stadt für Senioren?" im Maria-Seltmann-Haus eingefunden hatten. Moderiert von NT-Ressortleiter Volker Klitzing stellten sich Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Vertreter aller Parteien den Fragen und der Kritik der älteren Mitbürger. Die drehte sich eine Stunde lang fast ausschließlich um die beschwerliche Fahrt mit kleinen Rollen durch die Altstadt. Ein Problem, das den Verantwortlichen durchaus seit längerem bewusst ist, wie Stadtrat Rainer Sindersberger (Freie Wähler /FDP) klar machte. "Gehplatten vor den Geschäften links und rechts hatten wir schon vor zwei Jahren in der Diskussion. Das müssen wir sicher in nächster Zeit anpacken, weil das Durchfahren mit dem Rolli sonst unmöglich ist."
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Sahne schlagen mit dem Rollator
Größtes Ärgernis für die Senioren: Pflaster in der Innenstadt bremst auch Rollstuhlfahrer aus
In einigen Seitengassen ist 2010 bereits ein anderes Pflaster verlegt worden. Das Ganze sei letztlich auch eine Frage der Finanzen und der Altstadtsatzung, gab Wolfgang Pausch (CSU) zu bedenken. "Barrierefreiheit ist uns allen ein großes Anliegen." Deshalb sei jüngst bei den Haushaltsberatungen der Ansatz von allen gemeinsam wieder von 50 000 auf 75 000 Euro erhöht worden. Einen "Rollator-Highway durch die Innenstadt für Rollatoren, Kinderwägen und Rollstuhlfahrer", forderte Amalie Wutz unter dem Beifall der Anwesenden. Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder befürchtete hier große Probleme mit den Geschäftsleuten, die Werbetafeln oder kleine Stände vor ihren Läden stehen haben. Statt hier mit Bußgeld vorzugehen, wie ein Vorschlag lautete, riet Behindertenbeauftragter Alexander Grundler zum Gespräch. "98 Prozent der Geschäftsleute sehen das sicher ein", meinte er. Und was die Finanzierung betrifft: "Vielleicht können wir da auch mehr machen, wenn die Gewerbesteuer besser ist."
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Größtes Ärgernis für die Senioren: Pflaster in der Innenstadt bremst auch Rollstuhlfahrer aus
Winterdienst hat gerackert
Eine Lanze für die Bauhofmitarbeiter brach OB Seggewiß, nachdem Josef Forster beklagt hatte, dass in den vergangenen Wochen nicht jeder Behindertenparkplatz gut von Schnee freigeräumt worden sei. "Die Mitarbeiter waren wirklich Tag und Nacht im Einsatz. Die haben Höchstleistung erbracht." Der Schneefall in den Wochen um Weihnachten sei extrem stark gewesen, bat der Oberbürgermeister um Nachsicht.
Mehr Zebrastreifen bei Bushaltestellen - vor allem in großen Straßen wie Christian-Seltmann-, Peuerl- und Mooslohstraße - wünschte sich Blandina Forster, die sehbehindert ist. "Das Hell und Dunkel sieht man wenigstens noch." Wolfgang Pausch und Josef Gebhardt (SPD) versprachen hier Abhilfe - wenn auch erst auf lange Sicht. "Wir sind an der barrierefreien Stadt dran", verwies Gebhardt auf ein Gutachten von 2008 über die barrierefreie Innenstadt. "Das muss nach und nach abgearbeitet werden. Kernproblem ist die Finanzsituation." OB Seggewiß räumte deshalb ein: "Wir werden 2011 sicher nicht alles schaffen." Aber die Umsetzung geht Schritt für Schritt weiter.
Dass Weiden - trotz dieser Mängel - eine liebenswerte Stadt ist, hört Anneliese Hein immer wieder, wenn ihre Verwandten zu Besuch kommen. "Sie loben die Stadt allgemein, den Max-Reger-Park und vor allem das Maria-Seltmann-Haus. Um das werden wir regelrecht beneidet."
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