Eine erste Sternstunde der 12. Weidener Max-Reger-Tage: Nachum Erlich und Siegfried Mauser musizieren im Alten Rathaus
Gebannt und restlos fasziniert lauschten die rund 70 Konzertbesucher am Mittwoch dem Konzert im Alten Rathaus. Keine Wettbewerbsteilnehmer von irgendwoher, keine mehr oder weniger fortgeschrittenen Studenten musizierten hier bei den 12. Max-Reger-Tagen, sondern zwei reife Meister - noch dazu in Hochform.
Glänzende Geigenklänge
Professor Nachum Erlich und der Rektor der Hochschule für Musik und Theater München, Professor Dr. Siegfried Mauser, boten einen Kammermusikabend der Extraklasse. Mauser ist zudem einer der drei wissenschaftlichen Beiräte des Weidener Reger-Festivals.
Das Motto "Referenzen" wurde in dem Gesprächskonzert durch das reiche Beziehungsgeflecht Max Regers zu seinen großen Vorgängern Bach, Beethoven und Brahms, den "drei großen Bs", in Wort und Klang überzeugend deutlich gemacht. Nicht nur in der Theorie, sondern auch anhand von Tonbeispielen stellten die Musiker die frappante Nähe etwa von Regers Präludien mit Fugen (Opus 177/1 und 177/2) zu Barockmeister Bach dar.
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Eine erste Sternstunde der 12. Weidener Max-Reger-Tage: Nachum Erlich und Siegfried Mauser musizieren im Alten Rathaus
Versierte Rollenspiele
Nachum Erlich glänzte hier als Solo-Violinist an der berühmten Szigeti-Stradivari, die eine ungeheuer starke Tonsprache und großen Registerreichtum besitzt, und verwob Regers Sätze mit den Originalvorbildern Bachs.
Eine brillante und überzeugende Idee, die aufzeigte, dass Reger ein intimer Kenner seiner Vorgänger war, diese aber nicht simpel kopierte oder variierte, sondern wirklich eigene Wege erfand. In die Rollen der beiden Musikerfreunde Max Reger und Henri Marteau, einer der berühmtesten Geiger der damaligen Zeit, schlüpften Erlich und Mauser zur Interpretation der c-Moll-Violinsonate Regers. Zahlreiche Bezüge zu Beethoven und Brahms zeichnen diese Schöpfung aus, die der Tondichter selbst für seine "Bestleistung" hielt.
Mauser erläuterte die Entstehungsgeschichte des Werks, zu dem es - ausnahmsweise bei Reger - eine verworfene erste Fassung gegeben hat. Mausers Einschätzung, diese Sonate sei "das Wichtigste und Gelungenste", das Reger je geschrieben habe, folgte konsequent auch der Duktus der ungemein präsenten, virtuosen und auf den Punkt genauen Interpretation der beiden Künstler. Und die noch jungen 12. Max-Reger-Tage hatten ihre erste Sternstunde.
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