Von Reinhold Tietz |
02.09.2010
| Netzcode: 2476180 | 268 Mal gelesen.
Walderbach
Berührende Musik an einem perfekten Abend
Auftakt zur "Klassik am Regen": Konzert mit "Echo"-Bratscher Nils Mönkemeyer und Pianistin Elena Nesterenko
In einem gut gefüllten Saal ein anspruchsvolles Programm zu spielen und zu hören - das wünschen sich Künstler und Zuhörer gleichermaßen. Und genau dieser Wunsch ging am Dienstagabend im Barocksaal des Klosters Walderbach (Kreis Cham) für alle Beteiligten in Erfüllung: Es erklangen Werke des Barock, der Romantik und der gemäßigten Moderne - mit großem Engagement vorgetragen von "Echo Klassik"-Preisträger Nils Mönkemeyer auf der Bratsche und der Pianistin Elena Nesterenko. Das Konzert war der Auftakt zu dem von Nesterenko heuer erstmals veranstalteten Festival "Klassik am Regen".
Schon die ersten Töne des Adagio und Allegro As-Dur op. 70 von Robert Schumann nahmen das Publikum für den Interpreten ein. Sagt man Bratschen zuweilen nach, sie hätten einen etwas näselnden Ton, so spielte Nils Mönkemeyer so exakt in der Bogenführung, dass er seinem Ins-trument nur vollklingende Töne entlockte. Das beginnende Adagio wurde damit zu einem Schwelgen in Klängen, das anschließende "rasch und feurig" zu spielende Allegro geriet zum leidenschaftlich drängenden Tongewitter.
Von Reinhold Tietz |
02.09.2010
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Walderbach
Berührende Musik an einem perfekten Abend
Auftakt zur "Klassik am Regen": Konzert mit "Echo"-Bratscher Nils Mönkemeyer und Pianistin Elena Nesterenko
Dialog der Instrumente
Der Vollender der Barockmusik, Johann Sebastian Bach, schrieb auch drei Sonaten für Viola da Gamba und Klavier. Die erste davon, G-Dur BWV 1027, gab es im Konzert zu hören: Auch hier ein Anfang, der von Melodie geprägt ist, die von den Instrumenten abwechselnd vorgetragen wird. Es kommt dabei darauf an, wie nahtlos die Abstimmung vollzogen wird, damit der Eindruck logischer Überleitungen entsteht.
Im fugierten, schnellen nächsten Satz klappte das genauso tadellos. Geheimnisvoll das folgende Andante, in scharfem Kontrast dazu das verspielte rasche Finale, in dem Mönkemeyer und Nesterenko es wiederum verstanden, die Strukturen der Polyphonie deutlich herauszuarbeiten.
Dann erneut Robert Schumann: Seine "Märchenbilder" op. 113 stellen nicht Realität, sondern Imagination in den Vordergrund. So wird zunächst sehnsuchtsvoll ein Gedanke umspielt, dann ein weiterer schnell und feurig vorgetragen. Noch virtuoser die Triolen des dritten Bildes, die immer wieder zwischen den Nuancen eines herrischen Themas erklingen. Zum Abschluss eine melancholische Betrachtung in einer weit gefassten Melodie.
Von Reinhold Tietz |
02.09.2010
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Walderbach
Berührende Musik an einem perfekten Abend
Auftakt zur "Klassik am Regen": Konzert mit "Echo"-Bratscher Nils Mönkemeyer und Pianistin Elena Nesterenko
Nach der Pause das große Hauptwerk des Abends, die Sonate für Viola und Klavier op. 147 von Dmitri Schostakowitsch: Das letzte Werk des Komponisten vor seinem Tod im Jahre 1975 stellt eine emotionale, düstere Auseinandersetzung mit dem Sterben dar.
Tick, tack, die Todesuhr läuft
Schon im ersten Satz setzt sich die unerbittliche Todesuhr - angedeutet durch ein Pizzikato der Viola - gegen jede Melodie durch, im anschließenden, sarkastischen Scherzo führt jedes Aufbäumen letztendlich doch zum Verlöschen im "morendo". Im Schlusssatz - einem Adagio von hinreißender Intensität - wird der nahende Tod auch dadurch deutlich gemacht, dass die Bratsche gegen Ende den Dämpfer aufsetzen muss.
Man sagt, diese Musik, in der sogar Reminiszenzen an Beethovens "Mondscheinsonate" anklingen, sei Schostakowitschs Vermächtnis an die Nachwelt. Vom Bratscher verlangt die Sonate höchste Konzentration, um die Emotionen gerecht darzustellen, und ebensolche Empathie am Klavier, um die musikalischen Aussagen der Bratsche zu unterstützen. Weil bei "Klassik am Regen" beides gelang, wurde das Konzert zu einer Sternstunde: Eine erfüllte Darstellung von sehr berührender Musik.
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