Virtuoses Spiel erwärmt das durchgefrorene Publikum
Wolfgang Bender und Maria Magdalena Wiesmaier spielen beim "Wurzer Romantiksommer"
Unterkühlter "Wurzer Romantiksommer": Schlotternd vor Kälte verfolgten rund einhundert Besucher das Konzert am Sonntag im Marstall. Auch die Instrumente der Musiker verziehen die beinahe winterlichen Temperaturen nicht, dennoch wurde das Gastspiel des Berliner Duos Wolfgang Bender (Violine, Bratsche) und Maria Magdalena Wiesmaier (Violoncello) zur interessanten Begegnung mit zwei meisterhaften Streichern.
Das Konzert beendete die 23. Wurzer Sommerkonzertsaison im alten Pfarrhof - den eigentlichen Schluss- und Höhepunkt soll am 4. September (18 Uhr) das Konzert des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin mit Dvoraks 9. Symphonie "Aus der neuen Welt" im Festsaal Wöllershof bilden.
Originelle Mischung
Aus einer originell gemischten Musikfolge, aus vierzehn kleinen Appetithäppchen von Reinhold Glière, J. S. Bach und Beethoven, bestand der erste Konzertteil. Wolfgang Bender - Stimmführer des auf moderne und zeitgenössische Werke konzentrierten "Kairos-Quartetts" - schien gerne einmal in Geigentönen des 18. und 19. Jahrhunderts zu schwelgen, noch dazu im ausdrucksvollen Dialog mit der Cellistin Maria Magdalena Wiesmaier.
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Virtuoses Spiel erwärmt das durchgefrorene Publikum
Wolfgang Bender und Maria Magdalena Wiesmaier spielen beim "Wurzer Romantiksommer"
Doch nicht nur die Musiker harmonierten in hohem Maße, auch die drei altehrwürdigen französischen Instrumente klangen wunderbar zusammen: bei den sechs barocken Sätzen des "Huit Morceaux" von Glière, dem russischen Tondichter mit dem französischen Namen, und auch bei der heiteren "Witzparade" Beethovens. Dieses ungeheuer helle Es-Dur-Duett spielte der Komponist und Bratscher offensichtlich mit großem Spaß mit dem extrem kurzsichtigen Cellisten Nikolaus Zmeskall von Domanovecz, der ihn zu dem ungewöhnlichen Titel "Mit zwei obligaten Augengläsern" gab. Solistisch souverän brachte Wiesmaier mit Bachs zweiter Suite ein meditatives Standardwerk ihres Fachs zu Gehör.
Den Hauptgang bestritt denn doch ein dreisätziges ungarisches Werk der Neuzeit: Zoltán Kodály, der bei dem um zwanzig Jahre älteren Cousin Max Regers, Hans von Koessler, in Budapest studiert hat, war im zweiten Teil mit seinem Opus 7 präsent. Hier zeigte sich eben doch, wo Bender und Wiesmaier ihre wirkliche Heimat haben: Hier glänzte der Primarius mit süßer Melodik, gewollt schrillen Spitzentönen und orchestraler Fülle über dem Samtteppich der Altstimme.
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Alles ist gesagt
So reich an Emotionen, so virtuos in der Technik, so fulminant auf das Ovationen ziehende "Presto" zulaufend, fand das Werk der Moderne den lebhaften Zuspruch des Publikums: Bravorufe und verdient anhaltender Applaus. Aber das Dessert fiel aus. Die lauten Rufe nach einer Zugabe haben die Musiker nicht erhört. Eine kluge Entscheidung des Duos - manchmal ist eben einfach alles gesagt.
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