Die 12. Max-Reger-Tage eröffnen am Sonntag mit dem Klavierduo "GrauSchumacher" und Regers Mozart-Variationen
Max Reger badete "in alten Meistern". So schrieb er selbst an den Organisten Karl Straube. Das Beziehungsgeflecht zwischen dem in Weiden aufgewachsenen großen deutschen Komponisten und seinen namhaften Vorgängern ist das Thema der 12. Weidener Max-Reger-Tage.
Am 29. August wird in der Max-Reger-Halle die Eröffnung gleich in Wort und Ton gefeiert. Um 18 Uhr hält Professor Dr. Siegfried Mauser den Einführungsvortrag, ab 19 Uhr schließt sich ein großer Klavierabend mit zwei Pianisten an: Andreas Grau (Jahrgang 1965) und Götz Schumacher (geboren 1966) gehören zur ersten Riege ihres Faches. Die Kulturredaktion sprach mit Andreas Grau.
Sie haben die Mozart-Variationen von Reger schon 2003 beim Label "Col Legno" eingespielt. Ist das Stück bei Konzerten regelmäßig oder eher selten gefragt?
Andreas Grau: Die Mozart-Variationen begleiten uns schon ein Leben lang: Als 18-Jährige haben wir das Werk erstmals eingeübt und dann sehr häufig interpretiert. Jetzt gab es eine längere Pause und wir freuen uns, dass uns die Weidener Max-Reger-Tage wieder mit diesen Variationen zusammenführen. Die Wiederbegegnung ist spannend.
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Die 12. Max-Reger-Tage eröffnen am Sonntag mit dem Klavierduo "GrauSchumacher" und Regers Mozart-Variationen
Hat sich in den vergangenen sieben Jahren in Ihrer Interpretation der Mozart-Variationen etwas geändert? Ist da etwas gereift?
Grau: Nach einer solchen Pause ist man technisch fortgeschrittener - und das macht auch neue Wege der Interpretation möglich.
Mit Mozarts Klaviersonate in D-Dur KV 448, die er 1781 für sich und seine Schülerin Josepha Auernhammer schrieb, spielen Sie eines der attraktivsten Stücke für zwei Klaviere. Bei den schwärmerischen Dialogen kommt einem der Verdacht, dass ein Techtelmechtel bestanden haben muss ...
Grau: Das glaube ich aber kaum. In seinen drastischen Briefen hat sich Mozart doch sehr despektierlich über seine Schülerin geäußert: Die Auernhammer sei ein "Scheusal", spiele aber wundervoll Klavier, schrieb er seinem Vater Leopold. Für uns ist das Werk eines der wichtigsten Marksteine der Literatur für zwei Klaviere überhaupt, das uns ein Leben lang nicht loslassen wird. Mozart ist für jeden Musiker immer wieder ein Prüfstein.
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Wir hören zum Abschluss Richard Wagners Tristan-Vorspiel in der Bearbeitung von Reger.
Grau: Reger hat sich mit Wagner ja viel mehr beschäftigt, als man gemeinhin denkt. Zu Unrecht wurde er in die "Brahms-Ecke" geschoben. Reger war in der Lage, die Qualitäten von beiden Kontrahenten, sowohl die von Brahms wie die von Wagner, anzuerkennen.
Diese ätherischen Geigen mit ihren Schwebungen verbotener Liebe - wie hat der robuste Oberpfälzer dies auf die Tasten übertragen?
Grau: Das Tristan-Opernvorspiel ändert hier stark seine Gestalt - das kann ja nicht anders sein. Manche Dinge fallen als nicht darstellbar weg, andere treten wiederum zutage. All dies erlaubt einen klaren, analytischen Blick auf die Struktur von Wagners Oper über unsterbliche Liebe. Max Reger konnte die alten Meister einfach wunderbar in seine eigenen Schöpfungen integrieren.
Viele Geschwisterpaare sind in der Riege der Klavierduos zu finden. Wie haben Sie beide sich überhaupt getroffen?
Grau: Schon als Teenager haben wir uns bei unserem gemeinsamen Klavierlehrer kennengelernt. Schon recht bald kristallisierte sich heraus, dass es gut mit uns funktioniert und wir gegenseitig großes Interesse für unsere jeweilige Spielweise besitzen. Nun sind wir schon fast 30 Jahre Duopartner und Freunde.
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