Oberpfalznetz.de > Nachrichten > Kultur > Romantik meint mehr als nur eine Stilepoche

  • Seite 1
  • Seite 2
Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  23.08.2010  | Netzcode: 2462550  |  489 Mal gelesen.
Püchersreuth/Wurz

Romantik meint mehr als nur eine Stilepoche

Ein sanfter Motoi Kawashima spielte am Steinway-Flügel

Nein, die im Programmheft erwähnte "orchestrale Wucht" konnte man dem japanischen Pianisten am Samstag wirklich nicht bescheinigen. Die Darbietung Motoi Kawashimas beendete eine Trilogie, die den zeitnahen Vergleich von drei Preisträgern internationaler Klavierwettbewerbe in acht Tagen erlaubte. Für den 23. Wurzer Sommer hatte Motoi Kawashima romantische Werke zusammengestellt, die kurz vor Konzertbeginn kräftig umgeworfen und durcheinander gemixt wurden. Den Begriff "Romantik" nahm Kawashima mit Franz Schuberts in sanfter und braver Interpretation dargebrachtem zweiten Impromptu und den drei Klavierstücken musikwissenschaftlich genau, erweiterte den Begriff aber danach völlig richtig auf die Bedeutungen "gefühlsbetont, schwärmerisch und geheimnisvoll" durch Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts - und begeisterte damit die 150 Besucher.

Magische Transparenz, schwebende Akkorde und Sehnsucht satt bestimmten Wagners "Isoldes Liebestod" in der Bearbeitung durch Franz Liszt. Die Bearbeitung dieses Themas für zwei Flügel durch Max Reger kann übrigens am 29. August in der Max-Reger-Halle Weiden zum Vergleich gehört werden. Zu allem entschlossen, aber immer legato, ließ Kawashima die verfeindeten Montagues und die Capulets durch Venedig stapfen, fand aber bei Prokofjews Ballett "Romeo und Julia" gleich wieder zur verklärenden Liebesromantk der Abschiedsszene zurück.

  • Seite 1
  • Seite 2

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben:

Ihre E-Mail-Adresse:
Ihr Kennwort:

Noch nicht Mitglied im Oberpfalznetz?

Dann registrieren Sie sich hier!
Heute

Weiden

Die Herren Fuller und Geller geben sich die Ehre

Jazz-Zirkel-Programm 2012 mit Tango, Weltmusik und zwei gefeierten Jazz-Veteranen - Auftakt am 17. Februar

"Manchmal schauen wir nicht weit genug über unseren Horizont!", sagt einer, der nun wirklich alles gesehen und gehört hat, was in seinem Metier Rang und Namen hat. Der amerikanische Jazz-Posaunist mehr...

Amberg

Ein Denkmal für die Hauptsätze

Lesung mit dem Autor und SZ-Journalisten Max Scharnigg am 10. Februar im Amberger Luftmuseum

Wenn man über Max Scharnigg recherchiert, stellt man zunächst wenig Auffälliges fest: Im Hauptberuf ist der 31-jährige Münchener Journalist bei der "Süddeutschen Zeitung", und im Nebenberuf schreibt mehr...

Köln

Einer der wichtigsten Künstler der Welt

Die totgesagte Malerei wieder zum Leben erweckt: Gerhard Richter wird 80

Manches Malergenie wurde erst nach seinem Tod entdeckt, weil die Zeitgenossen seine Bedeutung noch nicht zu erkennen vermochten. Gerhard Richter fällt nicht in diese Kategorie. Ihm ist es vergönnt, mehr...

Berlin

Stars und starke deutsche Berlinale-Präsenz

Am 9. Februar werden die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet - Ehrenbär für Meryl Streep

Vielleicht verrät Angelina Jolie in Berlin, ob sie tatsächlich wieder mit Zwillingen schwanger ist. Und garantiert sind etliche Fans von Bollywoodstar Shah Rukh Khan und Vampir-Darsteller Robert mehr...

Störnstein

Sturer Junggeselle unter Druck

Oberpfalztheater spielt Ludwig Thomas Komödie "Die Witwen" in Wöllershof

So ist das mit den Junggesellen: Gerade die älteren Semester unter ihnen gelten nicht ganz zu Unrecht als hoffnungslose Fälle, weil sie sich längst zu sehr an das freie Leben ohne die holde mehr...
Gestern
Zum Artikel: "Genial, schwindelerregend und verdammt schwer!"

Weiden

"Genial, schwindelerregend und verdammt schwer!"

Der schwedische Geiger Ulf Wallin über Max Regers anspruchsvolles und selten aufgeführtes Violinkonzert A-Dur

In der Reihe der "Weidener Meisterkonzerte" kommt am 10. Februar (20 Uhr) Max Regers Violinkonzert A-Dur zur Aufführung. Interpreten sind der schwedische Geiger Ulf Wallin und das Münchner mehr...

Madrid

Letzter Vertreter der künstlerischen Avantgarde

Ständige Suche nach der Perfektion: Mit 88 Jahren ist der spanische Maler Antoni Tàpies gestorben

Antoni Tàpies war jeden Morgen aufgestanden mit der Hoffnung, das "perfekte Bild" zu malen. Auf diese Weise schuf der spanische Maler, der am Montag im Alter von 88 Jahren in seiner Heimatstadt mehr...