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Püchersreuth/Wurz
Romantik meint mehr als nur eine Stilepoche
Ein sanfter Motoi Kawashima spielte am Steinway-Flügel
Nein, die im Programmheft erwähnte "orchestrale Wucht" konnte man dem japanischen Pianisten am Samstag wirklich nicht bescheinigen. Die Darbietung Motoi Kawashimas beendete eine Trilogie, die den zeitnahen Vergleich von drei Preisträgern internationaler Klavierwettbewerbe in acht Tagen erlaubte. Für den 23. Wurzer Sommer hatte Motoi Kawashima romantische Werke zusammengestellt, die kurz vor Konzertbeginn kräftig umgeworfen und durcheinander gemixt wurden. Den Begriff "Romantik" nahm Kawashima mit Franz Schuberts in sanfter und braver Interpretation dargebrachtem zweiten Impromptu und den drei Klavierstücken musikwissenschaftlich genau, erweiterte den Begriff aber danach völlig richtig auf die Bedeutungen "gefühlsbetont, schwärmerisch und geheimnisvoll" durch Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts - und begeisterte damit die 150 Besucher.Magische Transparenz, schwebende Akkorde und Sehnsucht satt bestimmten Wagners "Isoldes Liebestod" in der Bearbeitung durch Franz Liszt. Die Bearbeitung dieses Themas für zwei Flügel durch Max Reger kann übrigens am 29. August in der Max-Reger-Halle Weiden zum Vergleich gehört werden. Zu allem entschlossen, aber immer legato, ließ Kawashima die verfeindeten Montagues und die Capulets durch Venedig stapfen, fand aber bei Prokofjews Ballett "Romeo und Julia" gleich wieder zur verklärenden Liebesromantk der Abschiedsszene zurück.
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