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Wunsiedel
Albernes Stühlerücken um ein Weibchen
"Der Waffenschmied" beendet Rekordsaison auf Luisenburg
Die Filzpantoffeln waren daheim in Radebeul geblieben. Auf der grünen Felsenbühne der Luisenburg standen den Chor-Statisten die Straßenschuhe besser: Als 16 Touristen stolperten und saßen sie über zweieinhalb Stunden lang inmitten der Opern-Szenerie von Albert Lortzings "Der Waffenschmied". Das Gastspiel der Landesbühnen Sachsen setzte mit drei Vorstellungen den Schlusspunkt der Rekord-Jubiläumssaison auf der Luisenburg. Die ausgezeichnete musikalische Leitung hatte GMD Michele Carulli, der Chor war mächtig, die Solisten überzeugend, und besonders die Ensemblestücke (bis zum Sextett und Septett) glückten hinreißend. Die Premiere am Freitag war nicht ausverkauft.Die komische und unbekannte Oper Lortzings, der eher durch seinen "Zar und Zimmermann" sowie den "Wildschütz" Ruhm erntete, beruht auf einem Lustspiel vom Burgtheater und hat mit Albernheiten und Klischees des Biedermeiers schwer zu kämpfen. Wolfgang Lachnitt war das bei seiner offensiv frech angelegten Inszenierung offenbar bewusst, trotzdem konnte er manche Unerträglichkeiten (Haus reimt sich auf Maus) nicht vermeiden. Dass die enttäuschte Marie beim Sopransolo als "armes, armes Mädchen" nicht am Spinnrad saß, sondern wütend mit Dreck um sich warf, war eine der erfreulichen Überraschungen um den spießigen Mief kurzzeitig zu verscheuchen.
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