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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  17.08.2010  | Netzcode: 2455094  |  272 Mal gelesen.
Bayreuth

Verschrammter Veteran

Matthias Kirschnereit spielt auf Wagners Steinway-Flügel

In der Wagner-Stadt Bayreuth beschloss einst der 13-jährige Max Reger nach einem Besuch des "Parsifal," Komponist zu werden. In der Wagner-Stadt fand am Sonntag auch die inoffizielle Eröffnung der 12. Weidener Max-Reger-Tage statt, die offiziell vom 29. August und 24. September mit Konzerten, Vorträgen und Meisterkursen den großen Sohn der Stadt ehren.

Pianist Matthias Kirschnereit, Professor an der Musikhochschule Rostock und "Echo Klassik"-Preisträger 2009, interpretierte in Haus Wahnfried, dem ehemaligen Wohnhaus Richard Wagners, am Wagner-Flügel Werke von Reger im Kontext mit beliebten Werken romantischer Meister. Mit historischen Flügeln großer Meister ist das so eine Sache: In Ehrfurcht erstarrt, darf der erlauchte Zuhörer oft ganz schön beide Augen zudrücken, wenn er einem nicht mehr perfekt stimmbaren und ausgeleierten Flügel lauscht.

134 Jahre altes Instrument



Äußerlich tüchtig verschrammt, machte der 134 Jahre alte Steinway im Klangbild einen ganz guten Eindruck. Er war eines der ersten Instrumente mit einem dritten Sostenuto-Pedal, ein Geschenk aus New York zur Uraufführung des "Rings" in Bayreuth 1876. Abgesehen von dem extrem rumpelnden Bass kam das gute Stück mit seiner warmtönigen Mittellage und dem wundervoll farbigen Diskant der stark ausgebildeten poetischen Ader des Interpreten sehr entgegen. Wie es Kirschnereit jedoch gelang, den hart anzuspielenden Tasten den wehmütigen Triller zu Chopins Nocturne cis-Moll zu entlocken, bleibt sein Geheimnis.

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