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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  14.08.2010  | Netzcode: 2451738  |  481 Mal gelesen.
Wunsiedel

Das herrliche Zucken in den Beinen

Prächtig inszenierte Operette "Wiener Blut" bei den Luisenburg-Festspielen

Die Diagnose ist einfach: Wer bei Musik im Dreivierteltakt ein reflexartiges Zucken in den Beinen verspürt, besitzt das Wiener Blut, das für Lebensfreude und Temperament steht. Mitreißender Walzerschwung, goldige Biedermeierhüte, wedelnde Fächer und funkelnde Colliers bestimmten auch am Donnerstagabend die ausverkaufte "Wiener Blut"-Premiere bei den Luisenburg-Festspielen. Und: Das Wetter hielt wirklich!

Portion Glanz und Protz



Mit ihrer besonders prächtigen Jubiläumsproduktion zu ihrem 10. Jahrestag gastiert die Operettenbühne Wien unter Leitung von Heinz Hellberg mit ihrem hervorragenden Orchester noch bis zum 17. August in Wunsiedel. Die Wiener wissen genau, was die Operettenfreunde im wirtschaftlich gebeutelten Nordbayern sehen und hören möchten: Also wird eine gehörige Portion Glanz in Stimmen und Dekoration mitgebracht. Neben den nötigen Accessoires des Adels prangt auch das Riesenrad aus dem Prater hoch oben zwischen den Felsen.

Die komische Operette "Wiener Blut", die erst nach dem Tod von Johann Strauß (Sohn) aus einer Sammlung des Walzerkönigs von Adolf Müller zusammengebastelt wurde, gipfelte bei der dreieinhalbstündigen Uraufführung 1899 in einem Fiasko und dem Selbstmord des Theaterdirektors.

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