Von Alexander Rädle |
06.08.2010
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Sulzbach-Rosenberg
Ein Chaos erster Klasse
Sulzbach-Rosenberger (71) schildert Eindrücke einer Bahnfahrt durch Deutschland
Sulzbach-Rosenberg. Nein, die Klimaanlage war nicht defekt. Aber sonst funktionierte kaum etwas bei der Urlaubsreise von Hans Stephan (71). Die Rückfahrt nach drei Wochen auf Norderney war ein echtes Erlebnis, wie der Rentner unserer Zeitung schilderte.
Hans Stephan (71) ist überzeugter Bahnfahrer, fährt seit vielen Jahren regelmäßig Zug - in der 1. Klasse. Vor herben Enttäuschungen bewahrte ihn das nicht. Bild: räd
Der frühere Lebensmittelkaufmann ist ein Fahrgast, wie ihn sich die Bahn wohl wünscht: Er bucht die Reise mehr als zwei Monate im Voraus, um Geld zu sparen (Sparpreis für 126,40 Euro). Er legt sich auf Züge fest. Er reserviert seinen Sitzplatz (5,50 Euro) - in der viel beworbenen 1. Klasse. Und er verschickt das Gepäck mit dem entsprechenden Service der Bahn. Vor einer herben Enttäuschung bewahrte ihn das alles nicht. Die zehnstündige Fahrt Ende Juli war die schlimmste, die er bisher erlebt hat: überfüllte Züge, massenhaft Verspätungen und übergelaufene Toiletten.
Bahn aus Überzeugung
Dass nicht immer alles 100-prozentig klappt, ist er gewohnt. "Ich fahre seit neun Jahren nach Norderney - immer mit der Bahn." Er wählt sein Verkehrsmittel aus Überzeugung, unternimmt viele Kurztrips mit dem Zug. Ein Chaos wie an diesem Samstag habe er noch nie erlebt. Um 8.30 Uhr betrat Stephan das Schiff, das ihn nach Norddeich Mole brachte. "Aus Sicherheitsgründen nahm ich das Schiff früher." In Norddeich hatte er genug Zeit, den RegionalExpress nach Hannover zu erwischen. In leeren Doppelstockwagen nahm er Platz. Bei der Ankunft vier Stunden später in Hannover war das anders. Selbst in der üblicherweise nicht üppig besetzten 1. Klasse reichten die sieben Sitze nicht. "Dicht gedrängt standen die Leute auf den Gängen. Man konnte nicht mal zur Toilette gehen. Es war ein Chaos." Wer es tatsächlich zum stillen Örtchen geschafft hat, erlebte die nächste unangenehme Überraschung: Verstopfte Toiletten, Flüssigkeit auf dem Boden. Alles andere als appetitlich. Für Hannover stand der Umstieg in den ICE 881 (Hamburg - München) im Reiseplan. Alle Hoffnung auf bessere Zeiten nahmen die Durchsagen am Bahnsteig. Der ICE treffe erst mit 15 Minuten Verspätung ein.
Von Alexander Rädle |
06.08.2010
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Sulzbach-Rosenberg
Ein Chaos erster Klasse
Sulzbach-Rosenberger (71) schildert Eindrücke einer Bahnfahrt durch Deutschland
Ein Zug rollte dann tatsächlich heran - und mit ihm der nächste Ärger. Stephan suchte Wagen 12. Er fand ihn aber nicht. Weil dieser fehlte. Und damit der reservierte Platz 71 am Fenster, Großraumwagen. "Ohne Reservierung fahre ich nie, weil die Züge grundsätzlich überfüllt sind. Das ist die Regel." Von der Durchsage im Zug erfuhr Stephan auch, warum sein Wagen fehlte: Wegen eines technischen Defekts am ursprünglich vorgesehenen Zug war eine Ersatzgarnitur unterwegs. Deshalb die Verspätung, die sogar noch anwachsen sollte. Bis auf 60 Minuten in Nürnberg.
Kein Wunder: Mit "nur" 180 Kilometern pro Stunde düste der ICE über die Schnellfahrstrecke nach Süden, wie Stephan den Displays im Zug entnahm. Normalerweise fahren ICE dort mit bis zu 280 Kilometern pro Stunde. Warum aber die gedrosselte Geschwindigkeit? In Würzburg erfuhren die Fahrgäste den Grund. Die Motoren produzierten nicht die nötige Kraft, so eine Durchsage.
Jacke im Sommer
Der Anschlusszug in die Oberpfalz war natürlich schon weg. Dafür erreichte Stephan rechtzeitig den nächsten. Am Ende war er zwölf Stunden und 20 Minuten auf Tour - statt zehn Stunden und 20 Minuten. Gut, er war auch schon eine Stunde früher los gefahren.
Von Alexander Rädle |
06.08.2010
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Sulzbach-Rosenberg
Ein Chaos erster Klasse
Sulzbach-Rosenberger (71) schildert Eindrücke einer Bahnfahrt durch Deutschland
Einen Fortschritt in der Beförderungsqualität kann Stephan nicht erkennen. "Früher war das viel schöner. Im D-Zug hast Platz gehabt, zum Beispiel für Gepäck", erinnert er sich. Leute, die heute ihr Gepäck nicht zuvor aufgeben, seien schlecht dran. Zu heiß wurde es Stephan übrigens nicht. Die Klimaanlagen funktionierten in seinen Zügen. Eine Dame habe sogar eine Jacke anziehen müssen.
Nach der Rückkehr beschwert sich Stephan beim "Kundendialog" von DB Fernverkehr. In einem Schreiben entschuldigt sich die DB für die "Zugverspätung bzw. den -ausfall und die weiteren Unannehmlichkeiten, die Sie auf Ihrer Bahnreise erleben mussten". Bezüglich einer Entschädigung werde sich das "Servicecenter Fahrgastrechte" mit ihm in Verbindung setzen. Eine Erklärung für die Vorkommnisse soll Stephan ebenfalls noch erhalten.
Schneefall hat am Dienstagmorgen den Flugverkehr am Münchner Flughafen behindert. Es seien zehn Flüge annulliert worden, sagte ein Sprecher des Airports auf Anfrage.
Schneefall hat am Dienstagmorgen den Flugverkehr am Münchner Flughafen behindert. Es seien zehn Flüge annulliert worden, sagte ein Sprecher des Airports auf Anfrage.
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Schneefall hat am Dienstagmorgen den Flugverkehr am Münchner Flughafen behindert. Es seien zehn Flüge annulliert worden, sagte ein Sprecher des Airports auf Anfrage.
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