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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  31.07.2010  | Netzcode: 2433448  |  398 Mal gelesen.
Bayreuth

Hakenkreuzfahnen und ein Gral in Barbie-Pink

"Parsifal" bei Bayreuther Festspielen vom Publikum umjubelt - Entspannte Atmosphäre wie auf einer Butterfahrt

Eigentlich wird nach Richard Wagners Bühnenweihfestspiel "Parsifal" mit seinem Karfreitagszauber nicht geklatscht. Doch das Premierenpublikum am Donnerstag kannte - neben einigen anderen - diese Regel nicht. In hellgrauen Straßenanzügen, hemdsärmelig und in Hosenträgern herrschte eine entspannte Stimmung unter den "Spitzen der Gesellschaft" wie beim Betriebsausflug. Gegenseitig knipste man sich im besten Konzertsaal der Welt wie auf einer Butterfahrt. Unruhig polterten die Füße derjenigen, die den langen gesungenen Dialogen nicht allzu viel abgewinnen konnten.

Dabei zeigte sich bezüglich Stefan Herheims Inszenierung im dritten Jahr eine zunehmende Gewöhnung an die "Bettgeschichte der Deutschen". Herheims Fassung erhielt zudem den Ritterschlag, wurde vom internationalen Magazin "Opernwelt" zur besten Operninszenierung des Jahres 2009 gewählt.

Macleans Feuertaufe



Außerdem wurde neben dem zuverlässigen Wagner-Spezialisten, dem italienischen Dirigenten Daniele Gatti, schon wieder ein neues überzeugendes Sängerpaar rasend gefeiert: Neben Detlef Roth (Amfortas), Diogenes Randes (Titurel) und Thomas Jesatko (König Klingsor) in Strapsen bestand an der Seite des bewährten britischen Tenors Christopher Ventris in der Titelrolle die Kalifornierin Susan Maclean ihre Feuertaufe auf dem "Grünen Hügel". In derselben Rolle feierte sie Erfolge in der Semperoper.

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