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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  27.07.2010  | Netzcode: 2426972  |  287 Mal gelesen.
Bayreuth

Laborratten und ein gerupftes Schwänchen

99. Bayreuther Festspiele eröffnen mit der Neuenfels-Neuinszenierung von "Lohengrin" - Geschmacklosigkeit zum Schluss

Den Wagner-Freunden schwante schon lange nichts Gutes. Niemand anders als der Krefelder Hans Neuenfels (Jahrgang 1941), das Enfant terrible der deutschen Opernwelt und noch von Wolfgang und Gudrun Wagner für die Neuinszenierung verpflichtet, schuf für die 99. Richard-Wagner-Festspiele den fälligen "Lohengrin" mit einer Debütantenmannschaft.

Neuenfels gab dem Premierenpublikum am Sonntag skandalöse Bilderrätsel auf - bis hin zum Schock. Während des 15-minütigen Schlussapplauses kämpften übermächtige Buhs gegen wenige Bravos und braven Beifall. Die beiden Wagner-Schwestern stützten den gescholtenen Regisseur an beiden Seiten. Doch dieser zuckte nur gleichgültig mit den Schultern. Bundeskanzlerin Angela Merkel war in der Königsloge aufgesprungen und äußerte später, sie habe es "toll" gefunden. Nie sollst du mich befragen ...

Abstruser Alptraum



Das romantische Märchen, das um den Gralsritter Lohengrin (der nur namenlos in der realen Welt bestehen kann), Elsa und das Frageverbot nach seiner Identität kreist, wird bei Neuenfels zum abstrusen Alptraum. Angesiedelt ist die Handlung natürlich nicht im Brabant des 10. Jahrhunderts, sondern in einem weißen Tierversuchslabor des 21. Jahrhunderts findet "die Oper aller Opern" (Kritiker Joachim Kaiser) statt.

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