Professor Edgar Krapp spielt beim großen Abschiedskonzert auf der Weise-Orgel in der Augustinerkirche Weiden
Das Ende einer Ära: Die Weidener Augustinerpatres verlassen ihre langjährige Wirkungsstätte im August. Am 25. Juli (14.30 Uhr) wird die Augustinerkirche für profane Zwecke umgewidmet, in den folgenden Tagen sollen die Altäre, der Tabernakel und der Ambo entfernt werden. Die 75 Jahre alte Weise-Orgel auf der Empore, der Raum und die Sitzbänke werden nicht verändert und bleiben somit dem Kulturleben und den Max-Reger-Tagen erhalten.
Zum Weggang der Patres veranstalten die Weidener Max-Reger-Tage am Freitag, 23. Juli (19 Uhr), ein Abschiedskonzert in der Klosterkirche. Als Interpreten hat man die Opern-und Konzertsängerin Sabine Lahm sowie die beiden Meisterorganisten Professor Edgar Krapp (München) und Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser (St. Michael Weiden) gewonnen. Die Kulturredaktion sprach mit Edgar Krapp.
Bekannterweise spielen Sie besonders gern auf der Weise-Orgel der Augustinerkirche, haben dort schon etliche unvergessliche Konzerte zu den Max-Reger-Tagen gestaltet. Nun bereiten Sie sich auf das Abschiedskonzert vor, weil die Augustiner Weiden verlassen ...
Professor Edgar Krapp spielt beim großen Abschiedskonzert auf der Weise-Orgel in der Augustinerkirche Weiden
Edgar Krapp: Durch das von Ihnen angesprochene mehrfache Auftreten bei den Max-Reger-Tagen fühle ich mich diesem Kirchenraum und der Orgel sehr verbunden und empfand es geradezu als eine moralische Verpflichtung, bei den musikalischen "Abschiedsfeierlichkeiten" mitzuwirken.
Sie kennen ja Orgeln weltweit, was ist an der Weise-Orgel so einzig-artig? Über welche ausgefallenen Register verfügt sie?
Krapp: Als "einzigartig" möchte ich dieses Instrument zwar nicht bezeichnen, aber ohne Zweifel gehört es zu den herausragenden Orgeln der Übergangszeit zwischen den Ausuferungen der Spätromantik und der Wiederbesinnung auf den klassischen Orgelbau. So finden Sie im ersten und zweiten Manual für die barocke Musik einen sehr klaren und stimmigen Prinzipalaufbau, während das Schwellwerk im dritten Manual eine ganze Palette von typisch romantischen und entsprechend intonierten Registern enthält.
Besitzt diese Orgel auch eine gewisse historische Bedeutung?
Professor Edgar Krapp spielt beim großen Abschiedskonzert auf der Weise-Orgel in der Augustinerkirche Weiden
Krapp: Die Tatsache, dass die heuer 75 Jahre alte Weise-Orgel der Augustinerkirche in ihrer technischen Anlage und dem Registerfundus komplett original erhalten ist, macht dieses Instrument zu einem wertvollen historischen Dokument seiner Zeit, das hoffentlich auch in Zukunft trotz der Profanation der Kirche erhalten bleiben wird.
Das Abschiedskonzert wird sehr reich gestaltet. Welche Stücke haben Sie ausgewählt, um die Weise-Orgel vorzustellen?
Krapp: Im Gegensatz zu meinen bisherigen Konzerten, wo die Orgelmusik von Max Reger im Vordergrund stand, werde ich diesmal eine möglichst große klangliche und stilistische Vielfalt des Instruments aufzeigen. So beginne ich mit dem festlichen D-Dur-Präludium von Dietrich Buxtehude. Von Bach erklingt eines seiner schönsten meditativen Choralvorspiele und mit Präludium und Fuge in a-Moll eines meiner Lieblingsstücke. Anlässlich des 200. Geburtstages von Robert Schumann folgen drei seiner Kanons. Den Abschluss bildet das letzte Orgelwerk von César Franck, der Choral in a-Moll, mit dem ich dann die französische Seite des Instruments gebührend herausstellen kann. Selbstverständlich wird aber auch Max Reger vertreten sein, in seinem "Benedictus" werde ich die zarten Flöten- und Streicher-Register des Instruments perfekt zum Einsatz bringen.
Professor Edgar Krapp spielt beim großen Abschiedskonzert auf der Weise-Orgel in der Augustinerkirche Weiden
Wie sehen Sie die Zukunft der Weise-Orgel? Ist das Instrument für die Weidener Orgellandschaft wichtig?
Krapp: Ich hoffe sehr, dass der neue Besitzer die Würde des Raumes und die Qualität des Instruments nicht zugunsten eines beliebigen Mehrzweck- oder Versammlungsraums opfert, sondern bestrebt ist, die ehemalige Funktion nicht ganz zu vergessen. Dazu gehört auch das regelmäßige Erklingen der Weise-Orgel. Natürlich ist das Instrument für die Weidener Orgellandschaft sehr wichtig. Gerade in der Stadt Max Regers darf man ein so interessantes Instrument nicht einfach aussortieren.
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