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Weiden
Ein Tabu im Mittelpunkt
Eröffnung der Ausstellung "Grenzen erleben"
Weiden. (fku) Da sitzt man also in diesem grauen Tunnel, und alles wirkt schwer. Kein Wunder - dank der Bleiweste, die einem anfangs übergezogen wurde. Außerdem da sind ja auch noch diese Stimmen im Kopfhörer.
Dauernd erzählen sie, dass doch alles sinnlos ist. Und dann die Aufgabe: Man möge doch bitte aufstehen und am Ende dieses trostlosen Tunnels - ja, genau, da bei der verwelkten Blume - ein schönes Erlebnis auf einen Zettel schreiben. Aha. Klingt nicht gerade angenehm. Und das soll es auch gar nicht sein. Die Besucher hier unten im Keller-Foyer der Max-Reger-Halle sollen vielmehr die Welt wahrnehmen, wie es an Depression Erkrankte tun. "Grenzen erleben" heißt die Ausstellung, zu der dieser "Depressionsraum" gehört. Der zweite Teil der Schau befasst sich mit Psychosen. Die Besucher müssen eine Einkaufsliste in einem Supermarkt abarbeiten - ständig verfolgt von Menschen in weißen Kitteln.Es geht also um psychische Erkrankungen, die Leiden sollen für "die Normalen" erfahrbar werden. Damit greift die Schau, initiiert von der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Nordoberpfalz, ein Thema auf, dass sonst eher ein Tabu ist. Für sie war die Diagnose deshalb selbst "ein Schock", erzählte Alexandra Fröhlich als Betroffene bei der Eröffnung der Ausstellung am Mittwoch. Seitdem habe sie mit vielen Vorurteilen kämpfen müssen.
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