Von Marielouise Scharf |
08.07.2010
| Netzcode: 2400955 | 269 Mal gelesen.
Sulzbach-Rosenberg
Vom Fürsten und seinen Gespielinnen
Barockes Musical: Die zweiten "Knorr-von-Rosenroth-Festspiele" starten am 16. Juli in Sulzbach-Rosenberg
Redensartliche Manschetten vor der Aufführung haben sie keine. Lediglich der dekorative Barockmantel, das prächtige Justaucorps-Wams, den sich Hauptdarsteller Stephan Brunner über die modisch kurze Hose gehängt hat, endet an den langen Ärmeln mit markanten Manschetten.
Er und seine singenden Kollegen Annette Kroll und Karol Bettley, beide diplomierte Sänger von den Hochschulen für Musik in Berlin und Nürnberg, nehmen sich Zeit für ein Gespräch mit der Kulturredaktion. Michael Ritz, bei dem die künstlerischen wie organisatorischen Fäden zusammenlaufen, stellt sich ebenfalls den Fragen.
Seit knapp zwei Wochen stecken sie von morgens bis in die Nacht in Proben zur zweiten Auflage der "Knorr-von-Rosenroth-Festspiele". Premiere ist am Freitag, 16. Juli, im Schlosshof. Sechs weitere Aufführungen des opulenten Musicals "Theseus unter seinen Liebhaberinnen" werden noch folgen.
Rache, Eifersucht, Liebe
Worum geht's? Der Fürst von Athen, Theseus, will heiraten. Seine Auserwählte ist Phädra. Bevor er jedoch endgültig in den Hafen der Ehe einlaufen wird, begibt er sich noch einmal auf einen Feldzug, um den räuberischen Unhold Skeiron zu bezwingen. In der Zwischenzeit tauchen seine früheren Geliebten auf, denen er ebenfalls die Heirat versprochen hatte. Was da passiert, kann sich jeder ausmalen. "Ein Verwirrspiel von Eifersucht, Rache, Verstellung und Liebe", erläutert Regisseur Ritz. Aber er verspricht auch ein "glückliches Ende".
Von Marielouise Scharf |
08.07.2010
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Sulzbach-Rosenberg
Vom Fürsten und seinen Gespielinnen
Barockes Musical: Die zweiten "Knorr-von-Rosenroth-Festspiele" starten am 16. Juli in Sulzbach-Rosenberg
"Prickelnd ist es auf jeden Fall", schmunzelt Stephan Brunner, der seine Wurzeln in Weiden hat und zu den Machern des "schauspielweiden" gehört. "Viele Frauen um sich zu haben, das finde ich schon mal toll - privat ebenso wie im Spiel. Und die Kolleginnen sind ja alle sehr nett und attraktiv." Ihm nimmt man den gestandenen Kerl, den potenten Fürsten mit vielen Gespielinnen durchaus ab, auch wenn er noch gar nicht richtig in der Maske ist.
Annette Kroll aus Nürnberg ist derzeit am Staatstheater im Opernchor engagiert. Sie wird in die Rolle des Liebesgottes Cupido schlüpfen. "Ich bin ein absoluter Barock-Fan", verrät sie. "Einerseits die Schlichtheit in der Musik und andererseits die Möglichkeit, Improvisationen und individuelle Verzierungen einzubringen, das fasziniere sie.
Die Partitur hat den Berliner Tenor Karol Bettley sehr gereizt, weshalb er sich im Dezember vergangenen Jahres auch für das Vorsingen gemeldet habe: "Ich mag die Musik, weil sie nicht so weit von Mozart entfernt ist. Es sind keine großen Arien, wie man sie aus der italienischen Oper kennt, aber originale, liedhafte Stücke."
Von Marielouise Scharf |
08.07.2010
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Sulzbach-Rosenberg
Vom Fürsten und seinen Gespielinnen
Barockes Musical: Die zweiten "Knorr-von-Rosenroth-Festspiele" starten am 16. Juli in Sulzbach-Rosenberg
Keine Mikrofone
Als Hymenaeus wird er den Part des Gottes der Hochzeit übernehmen und "das Spiel im Spiel" beeinflussen. Mit Cupido trägt er einen Wettstreit darum aus, wer denn obsiegt - die Begierde oder die vernunftmäßige Liebe. "Wir kommentieren sozusagen das Geschehen. Das ist anders als bei den Opern, die ich zuvor gesungen habe", sagt Bettley. "Hier präsentiere ich etwas. Was ich denke und singe, muss man in der Mimik sehen, weniger durch große Gesten. Wir singen ohne Mikrofon, die Stimme wird nicht verfälscht. Das finde ich gut."
"Das Stück legt uns kein Korsett an", ergänzt Regisseur Ritz. "Es gibt uns vielmehr eine andere Freiheit, mit Text, Sprache, Gesten umzugehen." Das Spiel sei sehr expressiv, sehr ausgestellt, immer im Kontakt mit dem Publikum. "Es gibt natürlich einen Gesten-Kanon im Barock, den wir versuchen nachzuvollziehen." Musik, Gesang, Schauspiel Tanz - es ist noch keine Oper, es ist aber auch kein Singspiel mehr. "Um es mit einem heutigen Begriff auf einen Nenner zu bringen", sagt Ritz, "nenne ich es ein barockes Musical."
Premiere ist am Freitag, 16. Juli, um 20 Uhr. Weitere Aufführungen: 17., 18., 22., 23., 24. und 25. Juli jeweils 20 Uhr. Karten beim NT/AZ-Ticketservice (Telefon 0961/85-550 und 09621/306-230) sowie bei den Buchhandlungen Dorner und Volkert und im Rathaus
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