Ein heißer Hauch von Hollywood und "Jurassic Park"
"Drachenstich" vom 31. Juli bis 15. August: Furth im Wald präsentiert seinen neuen High-Tech-Drachen aus der Oberpfalz
Alter (rechts) und neuer Drache begrüßen sich auf der Festwiese von Furth im Wald. Ein besonders mutiger Knirps nimmt derweil auf der Zunge der Riesenechse Platz. Bild: apz
Wirklich furchterregend steht er da mit seinen elf Tonnen Gewicht auf den vier schuppigen Beinen. Sogar, wenn er noch bewegungslos auf seinen großen Auftritt beim "Drachenstich" auf dem Fur-ther Stadtplatz wartet, wirkt er bösartig mit seinen geschlitzten Katzenpupillen und brandgefährlich mit seinen gedrehten Hörnern.
Grün, schlammig, sechzehn Meter lang, fünf Meter hoch und über drei Meter breit ist der Hauptdarsteller des ältesten Volksschauspiels Deutschlands, das sich vor mehr als 500 Jahren aus der St.-Georgs-Szene der Fronleichnamsprozession verselbständigte.
Vom 31. Juli bis zum 15. August bildet der "Further Drachenstich" die Attraktion für Tausende von Freilichttheaterfreunden, die nicht nur den ewigen Kampf Gut gegen Böse verfolgen, sondern obendrein auch einen Eindruck vom blutigen Hussitenkrieg im August 1431 bekommen wollen. Die Further waren am Wochenende unter sich, als sie die zeitgerechte Fertigstellung ihres neuen Drachen mehrere Tage lang auf der Festwiese feierten. Seit 2001 hatte die in Zandt (Kreis Cham) ansässige Firma Zollner Elektronik an dem weltweit größten und einzigen auf vier Beinen frei laufenden Roboter gearbeitet - und der könnte locker in Steven Spielbergs Dino-Thriller "Jurassic Park" mitspielen können. Die dreißig Kilometer von Zandt bis Furth legte die hochtechnische Bestie auf einem Spezial-Tieflader zurück, der auch hinter den Kulissen beim historischen Festspiel zum Einsatz kommen wird.
Ein heißer Hauch von Hollywood und "Jurassic Park"
"Drachenstich" vom 31. Juli bis 15. August: Furth im Wald präsentiert seinen neuen High-Tech-Drachen aus der Oberpfalz
"Nicht ganz ausgereift"
Am 31. Juli wird dieser Drache zum ersten Mal mitten auf dem Stadtplatz von Ritter Udo (Sebastian Dietl) zu Pferde mit einer Lanze mehrfach in die Zunge getroffen werden, um die Burgfräulein (Felicitas Hastreiter) und die ganze Stadt aus der Gewalt des Ungeheuers zu befreien.
Das monumentale Untier, an dessen Gestaltung auch die Münchner Filmeffektefirma Magicon mitwirkte (bekannt durch Roland Emmerichs Science-Fiction-Filme), wird aus einer Nebelwolke auftauchen, sich mittels zweier Turbo-Dieselmotoren lebensecht vorwärts bewegen, brüllen, qualmen, drohend mit den Flügel schlagen (Spannweite zwölf Meter) und sechs Meter weit Feuer speien.
Gespannt darf man sein, wie sich die neuen technischen Möglichkeiten auf die Regie von Alexander Etzel-Ragusa auswirken wird, der das Spiel 2007 reformierte und für tschechische Mitspieler öffnete. Bis Ende Juli müssen sich nun der Ritter sowie die Vierermannschaft, die das High-Tech-Teil bedient, durch Schulungen auf die neue Herausforderung einstellen. "Nicht ganz ausgereift, es gibt kleinere Software-Probleme", war schon zu hören, aber das war zu erwarten und steigert die Spannung auf den ersten öffentlichen Einsatz des Ungeheuers erheblich.
Gespielt wird in Furth im Wald bei jedem Wetter. Am 8. August krönt der neue Drache den historischen Festzug durch die Grenzstadt. Karten unter www.okticket.de sowie beim NT/AZ-Ticketservice (Telefon 0961/85-550 und 09621/306-230).
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