Das Internationale Keramik-Museum stellt bis 15. September 60 Gefäße und Objekte des Künstlers Roland Summer vor
Die Qual der Wahl beim Aufbau der Sonderausstellung im Internationalen Keramik-Museum hatten (von links) Museumsleiterin Stefanie Dietz, Keramiker Roland Summer und Dr. Josef Straßer, Oberkonservator der Neuen Sammlung München. Am Sonntag ist Eröffnung. Bild: apz
Ein Elefant hätte diese Woche im Internationalen Keramik-Museum die größte Freude haben können: Nicht nur in den Vitrinen, auch am Boden der zwei Flure häuften sich keramische Gefäße aller möglichen Formen, Farben und Größen. Sie hätten leicht dazu dienen können, die Redewendung vom Elefanten im Porzellanladen scheppernd in die Tat umzusetzen.
Entstanden sind diese 60 Exponate der Sonderausstellung durch die hohe Kunstfertigkeit des Keramikers Roland Summer (geboren 1955 in Feldkirch/Vorarlberg). Die Eröffnung der Ausstellung mit Summer-Arbeiten aus den vergangenen zehn Jahren ist am 20. Juni um 11 Uhr.
Experte zur Eröffnung
Die Einführung wird von Dr. Josef Straßer (Oberkonservator der Neuen Sammlung München) gehalten, der für sein Haus bereits sieben Arbeiten des österreichischen Keramikers angekauft hat. Er ist ein exquisiter Kenner von Summers genialer Verbindung aus Aufbau per Hand, Poliertechnik, dem altrömischen Know-how der Terra sigillata und des japanischen Raku-Brands.
Das Internationale Keramik-Museum stellt bis 15. September 60 Gefäße und Objekte des Künstlers Roland Summer vor
Der Künstler wird zur Eröffnung anwesend sein. Außerdem erscheint von Dr. Straßer zur Ausstellung ein reich bebilderter zweisprachiger Katalog mit einem Vorwort von Florian Hufnagl, dem Leitenden Direktor der Neuen Sammlung.
Weltweit sind die strengen Formen und die reiche Farbigkeit von Roland Summers Gefäßen, die seit 1985 in eigener Werkstatt und in den vergangenen zwölf Jahren im Atelier in Velden (Kärnten) entstehen, in namhaften Ausstellungen gefragt. Zu den zahlreichen Auszeichnungen Summers, der Mitglied der Internationalen Akademie für Keramik (AIC) in Genf ist, gehört auch der Bayerische Staatspreis 2008 für zwei seiner Gefäßobjekte. Eines davon wanderte in die Sammlung von Sir Norman Foster, dem Stararchitekten aus London. Von der Architektur kommt auch Summer selbst, studierte er doch sechs Jahre lang das Fach in Graz. Seine Kenntnisse über Statik kommen ihm noch heute zugute. Summers strenge Formen verdienen beinahe den Namen "Gebäude", bestehend aus Innen, Außen und Wandung. Sie sind mit ihrer Größe von fast 60 Zentimetern Höhe zudem vergleichsweise monumental.
Das Internationale Keramik-Museum stellt bis 15. September 60 Gefäße und Objekte des Künstlers Roland Summer vor
Nicht nur Einzelstücke, auch Paare und Trilogien, dekoriert durch feine Linienornamente und lebendige Marmorierungen, gehören zu den Weidener Ausstellungsstücken, die allesamt käuflich sind.
Künstler überrascht
Museumsleiterin Stefanie Dietz betont, dass ihr Haus als Zweigmuseum der Neuen Sammlung München mit dieser Ausstellung nach Elly und Wilhelm Kuch sowie Beate Kuhn seine Vorstellungsreihe berühmter Keramiker-Persönlichkeiten fortsetzt und sich nun der jüngeren Generation zuwenden möchte. "Die Messlatte liegt hoch hier in Weiden", staunt der Künstler aus Österreich über die von ihm unerwartete Qualität des Weidener Hauses mit seinen bis in die Zeit des obernubischen Königreichs von Kerma (2500-1500 v. Chr.) zurückreichenden Exponaten, deren elegante Formen ein Bezugspunkt für ihn sind.
Im Internet kann man sich auf der Website des Künstlers einen guten ersten Einblick verschaffen. Doch entscheidend wichtig ist auch hier die Basisregel aller Beschäftigung mit Kunst: Man sollte immer die Originale betrachten.
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