Anne Dreiss und Barbara Stefan zeigen ihre Ausstellung "Smile!" in der Alten Feuerwache Amberg
Lachen ist Therapie, soll das Leben verlängern und ersetzt zum kleinen Teil sogar sportliche Betätigung. "Smile!" - "Lächle!", heißt der provozierende Titel der Ausstellung, die bis zum 18. Juli in der Alten Feuerwache zu sehen ist. Die Amberger Künstlerin Anne Dreiss (Jahrgang 1964, München) und die Regensburger Karikaturistin Barara Stefan (geboren 1966) zeigen Foto-Objekte und Zeichnungen, die alle einen mehr oder weniger augenfälligen Witz in sich bergen und mit Können und Geist die rar begangene Brücke zwischen Anspruch und Humor überqueren. Der Regensburger Jazzmusiker Uli Zrenner-Wolkenstein überraschte das Vernissagepublikum am Donnerstag mit ungeahnten perkussiven und sphärischen Höhenflügen an seinem Kontrabass.
Dr. Maria Baumann, die Ausstellungskuratorin des Diözesanmuseums Regensburg, hielt die Werkeinführung, in der sie kompetent wie originell die Zuhörer immer wieder zum Schmunzeln brachte.
"Elf Freunde sollt ihr sein!" - Dieser legendäre Ausspruch von Trainerlegende Sepp Herberger wurde, passend zur Fußball-Weltmeisterschaft, von Anne Dreiss, die an der Kunsthochschule Braunschweig studierte, in Foto-Shapes umgesetzt: Digitalfotos, die ohne ihren früheren Kontext, nur in ihren Umrissformen, auf eine Platte aufgebracht und ausgeschnitten wurden.
Anne Dreiss und Barbara Stefan zeigen ihre Ausstellung "Smile!" in der Alten Feuerwache Amberg
Über Wochen und Monate fotografierte Dreiss jeden Fußball, der ihr vor die Linse kam,bis sie elf charakteristische gebrauchte bis malträtierte Objekte gesammelt hatte, denen sie individuelle Namen wie "Planet Soccer" oder "Black Mona" gab. Ein zwölfter Ball trägt den typischen Strohhut Herbergers.
Die neuen Arbeiten von Anne Dreiss nehmen drehen sich aber nicht nur um den Ball der Bälle, sondern nehmen auch gesellschaftliche Schwächen aufs Korn, wie beim "Göttlichen Herrenabend" mit der zerknüllten Zigarettenschachtel, dem Streichholzbriefchen "Jupiter" und der geleerten Bierdose "Neptun". Auch der bajuwarische Nationalstolz bekommt eine Watsche ab, in Form der Bavaria-Statue, die als Relief aus dem verschimmeltem und gleichnamigen Blaukäse zum Verspeisen auf einem Teller angerichtet wurde.
"Alles beginnt mit der Sehnsucht" zitiert die Zeichnerin Barbara Stefan, die an der Fachhochschule Würzburg Grafikdesign studierte, die Lyrikerin Nelly Sachs. Die gefragte Regensburgerin gehört zum Kreis der freien Mitarbeiter der Satire-Zeitschrift "Pardon" .
Anne Dreiss und Barbara Stefan zeigen ihre Ausstellung "Smile!" in der Alten Feuerwache Amberg
Gerahmt und quadratisch zeigt Stefan in ihren treffsicheren Zeichnungen kleine Geschichten, wie vom Kartoffelprinz, der vom erlösenden Kuss durch eine Prinzessin träumt, vom Senner auf der Alm, der sich nach seinem weiblichen Pendant sehnt, oder den alten Miesepeter mit seinem Rotweinglas, der vom "Frühling" wohl vergeblich träumen wird.
In zwei großformatigen Acylbildern zitiert Barbara Stefan mit dem "Meerschwein" und dem "Schaf" aus der untergegangenen Kunstwelt der Fabeltiere, die menschliche Schwächen als Focus hatten.
"Smile!" ist geöffnet dienstags bis freitags 11 bis 16 Uhr, samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr. Montags geschlossen.
Der schwedische Geiger Ulf Wallin über Max Regers anspruchsvolles und selten aufgeführtes Violinkonzert A-Dur
In der Reihe der "Weidener Meisterkonzerte" kommt am 10. Februar (20 Uhr) Max Regers Violinkonzert A-Dur zur Aufführung. Interpreten sind der schwedische Geiger Ulf Wallin und das Münchner
mehr...
Ständige Suche nach der Perfektion: Mit 88 Jahren ist der spanische Maler Antoni Tàpies gestorben
Antoni Tàpies war jeden Morgen aufgestanden mit der Hoffnung, das "perfekte Bild" zu malen. Auf diese Weise schuf der spanische Maler, der am Montag im Alter von 88 Jahren in seiner Heimatstadt
mehr...
Ausführende brillieren in "Elektra" am Theater Regensburg - Inszenierung nicht restlos überzeugend
Die 1909 uraufgeführte Oper "Elektra" aus der Feder von Richard Strauss nach dem Libretto von Hugo von Hofmannsthal stellt nicht gerade geringe Anforderungen an das Orchester und die Bühnenakteure.
mehr...
Literaturhaus leistet mit Frühjahrsprogramm Beitrag zur Wiederauferstehung großer Figuren der Literaturgeschichte
Ob da Magie im Spiel ist? Oder ist es nur der Frühling? Jedenfalls wird das Programm im Literaturhaus Oberpfalz für die kommenden Monate einen gewaltigen Beitrag zur Wiederauferstehung von Figuren
mehr...
Ein Vielschreiber - Zum 200. Geburtstag des englischen Schriftstellers Charles Dickens
Er wollte mehr: Ein Löffel Haferschleim war dem Waisenknaben Oliver Twist zu wenig. Auch sein geistiger Vater, der englische Schriftsteller Charles Dickens (1812-1870), wollte stets mehr, selbst als
mehr...