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Von Anastasia Poscharsky-Ziegler  |  08.06.2010  | Netzcode: 2354336  |  172 Mal gelesen.
Konnersreuth

Leise Musik von der Laute

Das Duo Kirchhof bietet barocke "Paartherapie" in Schloss Fockenfeld

Die "gute alte Zeit" gab es nie. Aber nehmen wir einmal an, es hätte sie gegeben, dann hätten zu den der Idylle entsprechenden Instrumenten wohl die zarte Gambe und die farbenreiche Laute gehört. Bei diesen Klängen erholten sich auch die Menschen der Barockzeit, die - entgegen unseren Vorstellungen von der "guten alten Zeit" - doch ähnlich unter Stress gelitten haben wie wir heute.

Unendliche Welten



Einen Einblick in die unendlich umfangreiche Literatur zur Laute, deren Klangwelt drei Jahrhunderte lang ganz Europa erfüllte, gaben am Sonntag beim 209. Schlosskonzert Fockenfeld die Gambistin Martina Kirchhof und der Lautenist Lutz Kirchhof, die sich in der Region schon einen Namen gemacht haben. Der Schwerpunkt des Programms lag zum 300. Todesjahr des Wiener Lautenmeisters Ferdinand Ignaz Hinterleithner (1659-1710) auf "der zierlichen Music vernünftiges Wunderwerck".

Schon rein optisch führte das Duo in edlen Gewändern und mit Nachbauten historischer Instrumente - einer 24-saitigen Barocklaute mit Knickhals, der sechssaitigen Miniaturgambe "Pardessus de Viole" und der siebensaitigen Bassgambe, bespannt mit Darmsaiten - zurück ins 17. und 18.Jahrhundert. Doch die kristallene, unaufdringliche sanfte Klangwelt, in der die Diskantstimme der "Pardessus de Viole" extreme Höhen eroberte, tat des Guten noch mehr und ermöglichte in unserer lauten Zeit Entspannung und Träumereien - so wie es ganz die Absicht der barocken "private music" war.

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