Frische Kunst dank der ungebremsten Kreativität junger Menschen
51 Gestaltungsschüler der Staatlichen Fachoberschule Weiden stellen ihre Arbeiten drei Tage lang im Kunstverein Weiden aus
Weiden. Zum allerersten Mal ihre Bilder, Collagen, Skulpturen und Installationen in der Öffentlichkeit präsentieren? Das bereitet ihnen wenig Bauchschmerzen. Schwieriger sei da schon, eine oder zwei Arbeiten aus dem bisherigen Schaffen auszuwählen, bekennen einige der 51 Kunstschüler.
Jury prämiert die Besten
Kurz vor Ende ihrer Schulzeit stellen sich die 12. Klassen des Zweigs "Gestaltung" der Staatlichen Fachoberschule (FOS) Weiden der Herausforderung und machen eine dreitägige Ausstellung unter dem Titel "Odyssee 2.0." vom 14. (Eröffnung 20 Uhr) bis 16. Mai im Kunstverein Weiden (Ledererstraße 6). Oberstudiendirektor Emil Gruber und Wolfgang Herzer vom Kunstverein werden bei der Vernissage die Schau eröffnen. Eine Fachjury zeichnet die drei besten Arbeiten am Ende mit je einem Gutschein für Künstlerbedarf aus.
Kunsterzieher Jochen Lüftl gab den 17- und 18-Jährigen für ihre erste Präsentation in Galerieräumen das weit gesteckte Thema "Jugendkultur".
Frische Kunst dank der ungebremsten Kreativität junger Menschen
51 Gestaltungsschüler der Staatlichen Fachoberschule Weiden stellen ihre Arbeiten drei Tage lang im Kunstverein Weiden aus
Bei den Vorbereitungen griffen die angehenden Absolventen jedoch nicht nur zu Stift und Pinsel, sondern setzten sich auch mit den existenziellen Fragen eines Künstlerlebens auseinander: ein unregelmäßiges und unsicheres Einkommen, das Ringen um die nötige Ausdauer, Ideen konsequent zu Ende bringen, sich selbst zielorientiert zu freier Arbeit zu motivieren.
Die Frage, ob man mit Talent und Können auch tatsächlich einen künstlerischen Beruf ergreifen soll, ist vielen Arbeiten ebenso abzulesen, wie die jeweiligen Antworten, die zum Teil sehr klar ausfallen. Die FOS-Absolventen, von denen einige jüngst von der Bundesjury des "57. Europäischen Schulwettbewerbs" hervorragende Leistungen bescheinigt bekamen, zeigen die ganze Vielfalt künstlerischer Techniken. Klassische Methoden werden oft auch mit dem Arbeiten am Computer verbunden, die Themen reichen von Einsamkeit, Trauer, Liebe und Mode bis zu Körperkult und Partyleben. Verena Kuran (Weiden) hat beispielsweise Lichtkästen mit Schattenrissfiguren zum Thema Discotanz gebaut, Michaela Gradl (Hahnbach) zeigt eine Holzinstallation mit beweglicher Figurine, die das Muster ihres Kleids wechseln kann.
Frische Kunst dank der ungebremsten Kreativität junger Menschen
51 Gestaltungsschüler der Staatlichen Fachoberschule Weiden stellen ihre Arbeiten drei Tage lang im Kunstverein Weiden aus
Munch und Karaoke
Bei seinem Selbstporträt "Stummer Schrei" hat Christopher Matthies (Bodenwöhr) in Öl den Hintergrund von Edvard Munchs berühmtem Bild "Der Schrei" zitiert, und Kim Nguyen (Neustadt/WN) kämpft mit ihrem am Computer entwickelten Plakat "Karaoke is not our National Anthem" (Karaoke ist nicht unsere Nationalhymne) gegen ein gängiges Vorurteil.
Wie wichtig den jungen Leuten Kunst am Körper ist, zeigt Carina Färber (Ensdorf) in ihrer unendlich vielfigurigen Collage mit Piercings und Tattoos. Als Gesamtwerk haben alle Schüler gemeinsam eine Bleistiftarbeit aus 51 Blättern erarbeitet.
Zu sehen ist "Odyssee 2.0." am 15. und 16. Mai von 10 bis 18 Uhr. Die Musikschule Andy Kraus veranstaltet am 15. Mai (20 Uhr) in der Galerie ein Konzert.
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