Von Stefan Voit |
31.03.2010
| Netzcode: 2260802 | 512 Mal gelesen.
Regensburg
Farbenprächtige Votiv-Tafeln vor klatschenden Hirschgeweihen
Tone Schmid und Jürgen Huber stellen bis 17. April beim Regensburger KunstvereinGRAZ Arbeiten aus
Noch bis 17. April sind die Arbeiten von Tone Schmid (links) und Jürgen Huber (zweiter von links) im KunstvereinGRAZ zu sehen. Kuratorin Gisela Bender (Mitte) eröffnete die Vernissage, Bernadette Gölzhauser umrahmte den Abend mit Zappa-Liedern auf Deutsch und Anjalie Chaubal (rechts) führte in die Ausstellung ein. Bild: Voit
Wie war das noch gleich mit dem Propheten im eigenen Land? Wer am Freitag beim Regensburger KunstvereinGRAZ war, sah sich eines Besseren belehrt. Die halbe Oberpfalz war da, um sich die Arbeiten von Jürgen Huber und Tone Schmid anzuschauen.
Gut, die halbe war es nicht ganz, aber rappelvoll war es schon. Kein Wunder, denn Huber (Regensburg) und Schmid (Weiden) haben sich über Jahre hinweg in der Kunstszene einen Namen gemacht und sind immer für Überraschungen gut. " esse nicht den gelben Schnee ..." lautet (nach einem Lied von Frank Zappa) der Titel der Ausstellung.
Der große FZ hätte an diesem Abend sicher seine helle Freude gehabt: Es gab nicht nur ein paar seiner Lieder auf Deutsch - vorgetragen von Bernadette Gölzhauser -, sondern auch grobe Malerei (Huber) und Installationen (Schmid).
Anjalie Chaubal ging in ihrer Einführung nicht nur auf die individuellen Wege ein, die beide Künstler gegangen sind, sondern auch auf die Konventionen, die sie aufgebrochen haben, auf die gesellschaftskritischen Bezüge, die ihre Arbeiten nehmen und auf aktuelle Themen der Politik, die sie aufgreifen.
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Farbenprächtige Votiv-Tafeln vor klatschenden Hirschgeweihen
Tone Schmid und Jürgen Huber stellen bis 17. April beim Regensburger KunstvereinGRAZ Arbeiten aus
Derb und kräftig
Jürgen Huber hat man lange nicht mehr so politisch und argumentativ überzeugend malen gesehen. Grob, figürlich, derb und kräftig sind seine Bilder. Texte in den Bildern lassen an moderne Votiv-Tafeln erinnern, an Pamphlete voller Farbigkeit und Poesie. Seine Rettungsversuche regen zum Nachdenken an, seine Ängste werden thematisiert. Figuren tauchen als Piktogramme auf, der Mensch als Individuum wird in einer sich ständig verändernden Gesellschaft noch freier und unverblümter dargestellt. Comichaft erzählt Jürgen Huber seine Bildergeschichten, teilt uns mit, was ihn bewegt, was er entdeckt, wovor er warnt. Gesellschaftskritisch äußert sich auch Tone Schmid zu aktuellen Themen, drückt mit seinen kinetischen Objekten und raumgreifenden Objekten aus, wie er die Welt sieht. Da trifft sich "Colonial Power", dargestellt als monströse Peitsche mit betenden Handschuhen, und die klatschenden Hirschgeweihe applaudieren der Finanz-Jonglage. Die brandaktuelle "Anrufung des hl. Geistes" korrespondiert mit dem schwebenden Fisch.
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Regensburg
Farbenprächtige Votiv-Tafeln vor klatschenden Hirschgeweihen
Tone Schmid und Jürgen Huber stellen bis 17. April beim Regensburger KunstvereinGRAZ Arbeiten aus
Komplexe Geschichten
So wird jedes Detail bei Schmid sorgsam ausgewählt. Erinnerte Bilder erzählen komplexe Geschichten, raffiniert komponiert, geschraubt und in Bewegung versetzt. Fantasievoll und spielerisch entwickeln die Gegenstände so ein Eigenleben und erhalten dadurch eine Seele.
Die Ausstellung von Jürgen Huber und Tone Schmid ist bis 17. April im Regensburger KunstvereinGRAZ (Schäffnerstr. 21/Hinterhof) zu sehen. Öffnungszeiten: Freitag und Samstag 16 bis 19 Uhr.
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